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Oktoberfest : Das Bier, das teurer und beliebter wird

  • -Aktualisiert am

Besucherinnen auf dem Oktoberfest. Bild: dpa

Eine Bank hat einen Index für die Preissteigerung auf dem Oktoberfest berechnet. Der zeigt: Der rasante Preisanstieg hält die Besucher kein bisschen vom Trinken ab.

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          Die Grundannahme vieler ökonomischer Modell lautet: Die Nachfrage nach einem Gut steigt, wenn es günstiger wird. Wird ein Produkt teurer, kaufen die Leute weniger davon. Logisch. Aber wie bei fast allem im Leben bestätigen Ausnahmen die Regel. Im Fall der Ökonomen heißen sie: „Giffen-Güter“.

          Sie wurden nach dem schottischen Ökonomen Robert Giffen benannt und sind außerhalb von Wirtschaftsvorlesungen nicht sonderlich bekannt. Als Erklär-Beispiel wird oft die Brotnachfrage der ärmeren Gesellschaft im England des 19. Jahrhunderts heran gezogen. Die italienische Großbank Unicredit hat nun eine Analyse veröffentlicht, die VWL-Professoren ein paar aktuellere Beispiele an die Hand gibt: Oktoberfest-Preise.

          „Oktoberfestbier verhält sich ähnlich dem, was Ökonomen als Giffen-Gut bezeichnen würden“, erläutert Dr. Thomas Strobel, Volkswirt bei UniCredit und einer der Autoren der Analyse. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Tobias Rühl hat er einen Index berechnet, der die Preissteigerung auf dem Oktoberfest veranschaulicht. In die Berechnung fließt der Preis für zwei Maß Bier, ein halbes Hendl und einer Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr ein. Dieser „Wiesn Visitor Price Index“ veranschaulicht die Entwicklung seit 1985 sehr deutlich: Die Preise auf dem Volksfest steigen mehr als doppelt so schnell wie im Rest der Wirtschaft. Allein von 2015 auf 2016 stieg der Index wieder um 3,7 Prozent. Vor allem die Preissteigerung der Hendl ist dieses Jahr stark: Die halben Hähnchen sind ganze 7,8 Prozent teurer als vergangenes Jahr.

          Von den steigenden Kosten für einen Wiesn-Besuch lassen sich die Besucher aber nicht abschrecken. Insbesondere der Pro-Kopf-Bierkonsum hat in der Vergangenheit deutlich angezogen – von rund 0,9 Litern im Jahr 1985 auf fast 1,3 Liter 2015. Am Samstag wird das 183. Oktoberfest eröffnet. Wegen der Anschläge in München wurden die Sicherheitsvorkehrungen für das Oktoberfest zwar verschärft. Aber auch für diese Saison rechnen die Veranstalter wieder mit insgesamt mehr als einer Milliarde Euro Umsatz.

          Ihrer Analyse haben die zwei Ökonomen übrigens direkt eine Liste mit den günstigsten Bierzelten angehängt. Die preiswerteste Maß Bier kostet dieses Jahr 10,40 Euro, vergangenes Jahr waren es noch zehn.

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