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Günstiger Pfund-Wechselkurs : Jetzt können Verbraucher in England billig bestellen

  • Aktualisiert am

Päckchen aus England werden günstiger Bild: Picture-Alliance

Das britische Pfund ist jetzt so billig wie lange nicht. Das macht Einkaufen und Reisen in England günstiger. Auch online kann man Schnäppchen machen.

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          Die Mehrheit der Briten möchte nicht mehr Teil der Europäischen Union sein. Was viele Bürger wie politische Entscheidungsträger in Europa bestürzt und den Händlern an den Finanzmärkten Sorgen bereitet, kann Verbrauchern zu wahren Schnäppchen verhelfen – zumindest, wenn sie schnell handeln.

          Denn mit der Entscheidung für einen Austritt aus der Gemeinschaft ist der Kurs des Pfund massiv eingebrochen: Seit Mitternacht hat die britische Währung gegenüber dem Euro aktuell etwa 6 Prozent an Wert verloren, zwischenzeitlich waren es gegen sechs Uhr morgens sogar 9 Prozent. Das heißt: Für einen Euro bekommt man heute 0,81 Pfund Sterling, gestern waren es nur 0,76 Pfund. Durch den aktuellen Euro-Pfund-Kurs werden Waren aus England, die man in Pfund einkauft, kurzfristig für deutsche und andere europäische Kunden günstiger. Grund genug für Verbraucher mit einem Faible für Produkte von der Insel, jetzt online zuzuschlagen.

          Schnäppchen in Pfund

          Bei Amazon Uk gibt es die sechste Staffel von Downton Abbey für 12,95 Pfund, in Euro umgerechnet sind das rund 16 Euro, noch gestern hätte ein Kunde etwa einen Euro mehr gezahlt. Die Ersparnisse bei britischem Breakfast Tea und Orangenmarmelade von Twinings oder Walkers Original Short Bread Fingers dürften sich eher im Cent-Bereich bewegen, dafür lässt sich bei Whisky.Co.Uk mit einem 14 Jahre alten Glen Scotia für 149 Pfund ein Schnäppchen machen, den gibt es nämlich mehr als 11 Euro günstiger.

          Auch für Fans britischer Mode kann es sich auszahlen, jetzt einzukaufen. Bei einem Sommerkleid des angesagten britischen Modelabels Boden für 79,50 Pfund lassen sich gegenüber gestern 6 Euro sparen, die Original Levis 501 für 85 Pfund gibt es heute im britischen Levis-Shop umgerechnet 6,5 Euro günstiger.

          Auch für Touristen, die gern in London oder auf den britischen Kanalinseln Urlaub machen, ist der Brexit vielleicht eine gute Nachricht: Verliert das britische Pfund langfristig an Wert, würde das das Sightseeing auf der Insel erheblich günstiger machen.

          Telefonieren und Fliegen könnte langfristig teurer werden

          Langfristig könnte es aber sein, dass Liebhaber britischer Spezialitäten tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Preise für britische Waren könnten hierzulande steigen, falls Produzenten aus Großbritannien bei der Ausfuhr in die EU in Zukunft Zölle zahlen oder andere Handelsbeschränkungen hinnehmen müssten. Denn nach dem Austritt ist der direkte Zugang zum europäischen Binnenmarkt verschlossen, bilaterale Verträge müssen erst ausgehandelt werden.

          Wer häufig nach England telefoniert, muss sich wahrscheinlich auf eine höhere Handyrechnung gefasst machen. Das Telefonieren nach Großbritannien könnte teurer werden, denn die für die Europäische Union geplante Abschaffung der Roaming-Gebühren würde für Großbritannien nicht gelten.

          Auch Flüge auf die Insel könnten für deutsche Kunden bald mehr kosten: Weil das Königreich den EU-Binnenmarkt verlässt, könnte das Land auch aus dem Abkommen über einen offenen Luftverkehrsraum mit Amerika gedrängt werden, was wiederum zu höheren Ticketpreisen führen könnte. Betroffen davon wären vor allem die Kunden von Billigfliegern wie Easyjet und Ryanair, die vom europäischen Luftverkehrsbinnenmarkt profitieren. Seit 1992 dürfen EU-Fluggesellschaften frei zwischen allen Mitgliedsstaaten fliegen. Allerdings sind auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen, Island und die Schweiz Teil dieses Abkommens. Deshalb ist es auch noch nicht ausgemacht, ob Großbritannien aus dem Luftverkehrsbinnenmarkt ausgeschlossen wird, aber das muss jetzt neu verhandelt werden.

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