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Neue Abstell-Ideen : Parkplatzsuche für Kreative

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In Stuttgart gibt es Hunderte privilegierte Kostenlos-Parkplätze für E-Autos. Bild: dpa

Einen Parkplatz zu suchen, ist für Autofahrer eine der nervigsten Tätigkeiten. Carsharing und Extraparkplätze für E-Autos könnten das Problem lösen. Kommunen und Konzerne suchen nach neuen Ansätzen.

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          Die Zeit läuft, die Geduld sinkt, die Frustration steigt mit jeder Minute: Stunde um Stunde verbringen die Deutschen jedes Jahr mit der Parkplatzsuche. Die kostet nicht nur Zeit. Laut der Strategieberatung Roland Berger verfahren Autofahrer in westeuropäischen Ballungszentren jährlich 330 Euro für zusätzliches Benzin bei der Parkplatzsuche. 30 Prozent des Stadtverkehrs wird dadurch verursacht. In deutschen Innenstädten sind Parkplätze oft knapp.

          Unter dem sperrigen Schlagwort „Parkraumgestaltung“ suchen die Kommunen deshalb seit Jahren nach Lösungen. Karlsruhe zum Beispiel begann in den 90er Jahren mit bezahlten Parkplätzen in der Innenstadt - verknüpft mit neuen Angeboten für Straßenbahn und Fahrradförderung.

          Inzwischen liegt das Augenmerk auf neuen Mobilitätsformen. In Stuttgart gibt es beispielsweise Hunderte privilegierte Kostenlos-Parkplätze für E-Autos.

          „Dabei kann man in der Innenstadt bis zu 400 Euro pro Jahr sparen, was sich über die Jahre zu einem erheblichen Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge aufaddiert“, sagt ein Sprecher des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. In Freiburg werden verstärkt Abstellmöglichkeiten für Carsharing-Autos angeboten.

          Das Bundesverkehrsministerium plant ein Gesetz, das extra Carsharing-Parkplätze erlaubt. Im Öko-Stadtteil Freiburg-Vauban dürfen Autos genau wie im französischen Viertel in Tübingen überhaupt nicht abgestellt werden. Bewohner mit Auto müssen Parkplätze außerhalb vorweisen.

          Dabei stellen Parkhäuser die Kommunen vor eine immer größere Herausforderung. Denn private Parkhausbetreiber wie Apcoa haben oft nur Interesse an gut ausgelasteten Häusern in Bestlagen. „Parkhäuser sind extrem teuer im Unterhalt“, sagt Bernd Bienzeisler, der im Bereich Mobilitäts- und Stadtsystemgestaltung am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart forscht.

          „Cross-Selling-Angebote“ als neue Möglichkeit

          Gleichzeitig sei die Zahlungsbereitschaft insbesondere in kleineren Städten eher gering, sagt Bienzeisler. Mittelgroße Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern zahlten in der Regel für die Parkhäuser drauf. Der Verband Kommunaler Unternehmer im Land hat deshalb mit dem Städtetag ein Projekt ins Leben gerufen, das gemeinsam mit zehn Städten oder kommunalen Unternehmen Verbesserungsvorschläge für Parkhäuser erarbeiten soll.

          Eine neue Möglichkeit seien „Cross-Selling-Angebote“, bei denen Stromanbieter Parkplätze für E-Autos anbieten und der Parkschein mit dem geladenen Strom verrechnet wird, sagt Bienzeisler. Über Sensoren könnten Auslastung in Parkhäusern gesteuert und Preise entsprechend der Nachfrage angepasst werden.

          Die Stadt Berlin denkt beispielsweise darüber nach, ob Parkgebühren nach der Größe des Autos berechnet werden könnten. Schon jetzt gibt es Vergünstigungen. Daimler hat für seinen kleinen Smart Sonderkonditionen in einigen Parkhäusern ausgehandelt.

          Alle deutschen Autohersteller feilen an Apps und Angeboten rund um das Auto. Daimler und BMW binden in ihre Mobilitäts-Apps inzwischen auch private Parkplatz-Angebote ein. „Die Hersteller wollen die gesamte Mobilitätskette abbilden“, erklärt Bienzeisler. Denn den Kunden sei mehr und mehr egal, wie sie ans Ziel kommen.

          Vom Parkhaus zur Disko

          Die Unternehmensberatung Roland Berger schätzt, dass das Geschäft mit privaten Parkplätzen bis 2020 ein Geschäftsvolumen von zwei Milliarden Euro haben wird.

          Noch Zukunftsmusik sind automatisierte Parkhäuser. In Düsseldorf gibt es eine Vorstufe. Roboter „Ray“ - eine Art Gabelstapler sammelt Autos ein und erspart den Kunden so Gekurve in engen Betongassen.

          Beim Projekt Autoples (Automatisiertes Parken & Laden von Elektrofahrzeug-Systemen), das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, haben sich vier Firmen und eine Forschungseinrichtung zusammengeschlossen. Beschäftigt wird sich mit der Frage, wie E-Autos mit autonomer Steuerung in Parkhäusern abgestellt werden und dann selbstständig zur Ladestation fahren können.

          „Es gibt einen Haufen Ansätze wie multifunktionale Parkhäuser aussehen können“, sagt Bienzeisler. In den Vereinigten Staaten beispielsweise würden leere Parkhäuser nachts zur Diskothek. In einigen Städten wie Stuttgart oder Frankfurt werden Parkhausdächer jetzt schon im Sommer zu Beach-Clubs mit Sand, Liegestühlen und Drinks.

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