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Kritik an Bundesregierung : Warum die offizielle Vergleichsplattform für Girokonten stockt

Vor lauter Banken sieht man den besten Anbieter nicht – wenn es doch nur ein unabhängiges Vergleichsportal gäbe. Bild: dpa

Eigentlich wollte die Bundesregierung bereits im Oktober 2018 eine Vergleichsplattform für Girokonten anbieten. Doch auch im neuen Jahr müssen Anleger auf privaten Portalen suchen.

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          Wenn die Behörden sich einer Sache annehmen, dann wird sie gründlich erledigt, und das kann dann eben so seine Zeit dauern. So ähnlich erklärt man sich in Bankenkreisen, dass die geplante Vergleichsplattform für Girokonten in Deutschland, die eigentlich schon zum 31. Oktober 2018 zur Verfügung stehen sollte, sich immer noch – vorsichtig formuliert – in einem eher frühen Stadium der Entstehung befindet. In den Verbraucherzentralen wird man da deutlicher: Die Bundesregierung erfülle ihren Auftrag nicht, kritisieren die Verbraucherschützer – so gehe das nicht.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei gibt es Bedarf: Unter anderem als Antwort auf die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben viele Banken in Deutschland den Gebührendschungel rund um die Girokonten noch dichter werden lassen, als er ohnehin war. Ende vergangenen Jahres gab es noch mal eine neue Welle von Bankgebühren. Fast jede Art von Entgelt, die man sich ausdenken kann, hat irgendeine Bank inzwischen eingeführt. Kunden zahlen für Karten, die zum Konto gehören und früher oft kostenlos waren. Auch am Geldautomaten wird immer mehr verlangt. Bei einigen Banken zahlt der Kunde auch für Kontoauszüge, die er am Drucker in der Bankfiliale selbst abholt. Und bei manchen Instituten ändern sich die Gebühren je nachdem, ob jemand das erste, das zweite oder das fünfte Jahr Kunde ist.

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