https://www.faz.net/-hbv-8ir3w

Öl billiger als Gas : 40 Prozent weniger Heizkosten

Im Moment heizen mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland mit Erdgas, rund ein Viertel mit Öl. Bild: dpa

Im vorigen Winter war Öl billiger als Gas. Woran das lag – und ob es jetzt klug ist sich eine Ölheizung zuzulegen.

          2 Min.

          Viele Haushalte können in der Nebenkostenabrechnung für den vergangenen Winter mit niedrigeren Heizkosten rechnen. Dabei wird es allerdings erhebliche Unterschiede zwischen Haushalten mit Öl- oder Gasheizung geben. Das hat das Internetportal Verivox jetzt in einem Vergleich der Heizöl- und Erdgaspreise zwischen Oktober 2015 und Ende Mai 2016 herausgearbeitet. „Nach jahrelangen Nachzahlungsforderungen von Energieversorgern und Vermietern bei der Jahresabrechnung geht es nun in die andere Richtung“, schreibt Verivox. Ähnlich hatte sich der Deutsche Mieterbund geäußert.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Unter dem Strich sei das Heizen mit Gas in der Heizsaison 2015/16 rund 40 Prozent teurer gewesen als mit Öl, schreibt Verivox. Ein Musterhaushalt von drei bis vier Personen in einem Einfamilienhaus mit Gasheizung musste demnach durchschnittlich 1147 Euro zahlen. Das war ein Rückgang um 4 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Viel billiger aber war das Heizen mit Öl: Ein Haushalt mit Ölheizung zahlte im Durchschnitt lediglich 826 Euro - ein Rückgang um 29 Prozent.

          Ein Faktor für die geringeren Heizkosten war die Witterung. Auch wenn der Oktober 2015 noch deutlich kälter gewesen sei als der Oktober 2014, fielen die übrigen Winter- und Frühjahrsmonate eher milder aus. Zugleich waren die Kosten je Energieeinheit deutlich niedriger. Erdgas kostet derzeit laut Verivox etwa 6,13 Cent je Kilowattstunde und wurde damit in den vergangenen zwölf Monaten gut 6 Prozent billiger.

          Heizöl dagegen kostet aktuell mit rund 51 Euro je 100 Liter rund 19 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Seit Jahresanfang hat zwar mittlerweile ungefähr die Hälfte aller Gasversorger Preissenkungen um durchschnittlich 5 Prozent angekündigt oder vorgenommen, gleichwohl haben sie den Gaspreis weniger fallen lassen, als der Ölpreis durch das Überangebot auf dem Weltölmarkt gesunken war.

          „Nur eine Momentaufnahme“

          Verivox geht in seinem Vergleich auch der Frage nach, ob es womöglich klüger sei, sich jetzt eine Ölheizung zuzulegen - kommt aber zu dem Schluss, der starke Kostenvorteil der Ölheizung sei „nur eine Momentaufnahme“. Noch vor zwei Jahren, in der Heizperiode 2013/14, sei das Heizen mit Öl rund ein Viertel teurer gewesen als mit Gas. Traditionell habe es zwar einen Kostenvorteil für Öl gegeben, der aber von 2010 an für mehrere Jahre nicht mehr bestand.

          In einem Zehn-Jahres-Vergleich von 2006 bis 2015 sei das Heizöl trotzdem unter dem Strich leicht günstiger gewesen. In diesen Jahren hätte der oben erwähnte Musterhaushalt 21.415 Euro für Heizöl ausgegeben, aber 22.014 Euro für Erdgas. Im Moment heizen mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland mit Erdgas, rund ein Viertel mit Öl. Der Heizungshandel hatte allerdings zuletzt von einem sprunghaften Anstieg im Verkauf von Ölheizungen berichtet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.