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Nylon im Test : Auf der Suche nach der besten Strumpfhose

  • -Aktualisiert am

Eine schlichte, schwarze Nylonstrumpfhose kostet zwischen 1,95 Euro und 29 Euro. Bild: Stefan Finger

Nylonstrumpfhosen reißen immer im falschen Moment: Das bringt Frauen regelmäßig zur Verzweiflung. Höchste Zeit für einen Härtetest.

          Der Feind lauert an jeder Ecke: die rauhe Tischkante, ein spitzer Fingernagel, Reiß- oder Klettverschlüsse - eine Nylonstrumpfhose ist ständig in Gefahr. Kein anderes Kleidungsstück hat eine kürzere Lebenserwartung. Das bloße Anziehen gleicht mitunter einer Zerreißprobe im wahrsten Sinne des Wortes: So manche Strumpfhose kapituliert schon vor ihrem ersten Einsatz.

          Übersteht wirklich kein Exemplar länger als ein paar Tage? Muss sich der weibliche Teil der Menschheit schlicht damit abfinden, dass er ein Wegwerfprodukt kauft, das dem Alltag im Grunde nicht gewachsen ist? Die F.A.S. hat sich auf die Suche nach der widerstandsfähigen Strumpfhose gemacht und dafür sechs Modelle getestet. Neben der Reißfestigkeit gehen auch Optik und Tragekomfort in die Wertung ein. Eines sei vorneweg schon gesagt: Ein hoher Preis bedeutet nicht immer höhere Qualität.

          Allein die Preisspanne für verschiedene Modelle ist enorm: Pro Strumpfhose zahlen Kundinnen mal weniger als einen Euro, mal sogar dreistellige Beträge. Bei rund 240 Millionen Euro im Jahr liegt das Marktvolumen für „Damen-Feinstrumpfwaren“ (so der offizielle Begriff) laut Schätzungen in Deutschland. Vom Discounter bis zur Edelmarke kümmert sich jeder ums Damenbein: Einzelhandelsketten wie Rewe oder Aldi haben ihre Hausmarken, ebenso die Drogeriemärkte dm und Rossmann sowie Discounter wie Kik und Primark. Auch die Dessousbranche und Modeketten wie H&M mischen mit. Und jeden Herbst überzieht das Franchise-Unternehmen Calzedonia die deutschen Großstädte mit seiner Plakatwerbung für Leggings und Strumpfhosen.

          Gerade große Kaufhäuser sind ein Paradies für Nylon-Fans: Hier findet sich so gut wie alles. Selbst Expertinnen fällt da der Durchblick schwer: lieber glatt oder glänzend, lieber blickdicht oder durchsichtig, lieber stützend oder formend? H&M verspricht bei seinen Strumpfhosen „Full Support“ (was genau damit gemeint ist, wird nicht klar), teurere Marken dagegen locken die Kundinnen mit klingenden Namen: Strumpfhosen von Falke heißen beispielsweise „Fond de poudre“, „Matt deluxe“ oder „Sensation“. Das Schmuckstück des Sortiments ist gar mit Swarovski-Steinen besetzt und kostet 79 Euro.

          Doch lassen wir die Sache nicht ausufern: Mit einer schlichten, schwarzen Nylonstrumpfhose der Feinheit „40 Denier“ kann man eigentlich nichts falsch machen. Darum konzentrieren wir uns bei unserem Test nur auf solche Strumpfhosen. Aber auch hier sind die Preisunterschiede enorm: 1,95 Euro kostet die dm-Hausmarke Fascíno, 29 Euro dagegen die österreichische Edelmarke Wolford - die große Kaufhäuser gerne als „Mercedes unter den Strumpfhosen“ anpreisen. Außerdem im Test: günstige Modelle der Marken Nurdie und H&M für weniger als vier Euro. Sowie eine Strumpfhose aus dem mittleren Preissegment von Calzedonia für knapp zehn Euro und ein zusätzliches Oberklassemodell von Falke für 18 Euro.

          Nun muss man sich über eines im Klaren sein: Ob teuer oder günstig - ein tolles, umweltfreundliches Produkt sind Nylonstrumpfhosen nie. Sie sind als Wegwerfprodukte konzipiert und bestehen hauptsächlich aus Polyamid und einem geringen Anteil Elasthan. Wie viele Synthetikfasern werden sie zudem zu großen Teilen aus Erdölprodukten hergestellt. Nylonstrumpfhosen sind nicht biologisch abbaubar, sie gehören in den Restmüll und werden folglich verbrannt. Umwelt-Initiativen wie „People for Future“ kritisieren den hohen Energie- und Wassereinsatz für die Kunstfaserproduktion.

          Zupfen und Zerren

          Trotzdem spricht manches für die Nylonstrumpfhose: Sie ist nicht nur günstiger als ihre Konkurrenz aus Baumwolle, sondern sie wirkt auch eleganter. Gerade das ist vielen Trägerinnen sehr wichtig. Die meisten Frauen mögen es allerdings nicht, wenn die Strumpfhose zu sehr schimmert: Das wirkt wenig elegant und erinnert an Cheerleader im Fußballstadion. Auch solche optischen Eindrücke spielen bei unserem Test eine Rolle.

          Das Meinungsbild zum Aussehen liefert eine zehnköpfige studentische Testjury. Ohne zu wissen, welches Modell sie gerade vor sich haben, müssen die jungen Männer und Frauen Schulnoten für die Optik vergeben. Den Tragekomfort testen wir, indem jedes Exemplar einen Arbeitstag lang Probe getragen wird. Zuallerletzt - und hier wird keine Strumpfhose unbeschadet herausgehen - müssen die sechs Kandidatinnen im Härtetest zeigen, wie robust sie sind.

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