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Die perfekte Rasur : Kampf bis aufs Messer

  • -Aktualisiert am

Schaber und Schrapper: Sechs Nassrasierer wurden getestet. Überzeugen konnten die wenigsten. Bild: Stefan Finger

Gillette gegen Wilkinson. Wer bietet das Beste für den Mann? Unser Autor hat sich dem scharfen Duell der beiden Rasur-Giganten gestellt.

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          Lieber Leser, sind Sie ein Mann? Dann beißen Sie jetzt die Zähne zusammen und straffen Sie gedanklich die Haut am Kinn, denn in diesem Text geht es um Nassrasierer. Ja, liebe Damen, für Männer ist das ein sensibles Thema. Denn wahlweise bleiben bei uns Herren am Kinn Haarbüschel stehen, oder aber die Haut brennt nach der Rasur, als hätte man sie mit zehn Peperoni eingerieben.

          Die Hersteller stellen das in ihrer Werbung natürlich anders dar: Sie versprechen „revolutionäre Technologie“, da wimmelt es nur so vor Skin Guards, Gelreservoirs, hauchdünnen Edelstahlklingen und natürlich gestählten Mannsbildern. Ich will testen, wie weit es mit den Versprechen wirklich her ist. Vorab: Ausgebildete Bauchmuskeln habe ich vom Rasieren bislang nicht bekommen.

          Halb acht Uhr morgens, im Spiegel blickt mir ein verschlafenes Gesicht entgegen. Der Selbstversuch beginnt. In den kommenden Tagen werde ich sechs Nassrasierer an Haut und Haaren testen. Drei von Gillette, drei vom Konkurrenten Wilkinson Sword. Ich will den perfekten Rasierer finden: Gründlich soll er sein, einfach zu handhaben, und ziepen soll er auch nicht. Eine Woche lang werde ich mich täglich rasieren, so wie ich es sonst auch tue: Mit handelsüblichem Rasierschaum, den Rasierer in Wuchsrichtung der Barthaare geführt und dann in die entgegengesetzte Richtung. Ich schüttele die Rasierschaum-Flasche, sprühe die Mousse auf meine rechte Hand und klatsche mir das Zeug auf die Wangen. Kann losgehen.

          Zwei Marktriesen

          Den weltweiten Rasiermarkt beherrschen zwei amerikanische Firmen: Gillette und Wilkinson Sword. Ein Herr King C. Gillette meldete 1901 die Wechsel-Rasierklinge als Patent an, Wilkinson drückte später als Erster massiv Klingen aus Edelstahl auf den Markt. Den zeitlichen Vorsprung von Gillette hat der Konkurrent damit nicht aufholen können: 55 Prozent des deutschen Nassrasierer-Markts beherrscht Gillette, Wilkinson Sword gerade einmal 20 Prozent - so zeigen es Zahlen des Marktforschungsunternehmens Euromonitor. Den Rest teilen sich so viele kleine und eher unbedeutende Firmen, dass ich sie für den Test außer Acht lasse. Erstes Testobjekt: der „Fusion Proglide Flexball“ von Gillette. Zu Beginn will ich gleich ein Highlight testen, eine technologische Innovation. Die Entwickler von Gillette schicken nämlich einen besonders beweglichen Rasierer ins Rennen, dessen Klingenblock sich nicht nur nach hinten und vorne schwenken lässt, sondern wohlgemerkt auch nach links und rechts. Damit soll sich der Rasierer genauer an meine Gesichtskonturen anlehnen. Und ich „den 007 in mir entdecken“, so suggeriert es die Werbung.

          Für solche bahnbrechenden Ideen leistet sich das Unternehmen übrigens ein riesiges Forschungsbudget und lässt im englischen Reading täglich Dutzende Männer vor Kameraspiegeln zur Rasur antreten. Und wofür? Das Ergebnis fällt bei mir mittelmäßig aus. Der Rasierer fühlt sich auf der Haut hart an, am Hals und Kinn bleiben kratzige Stoppeln stehen. Mal sehen, ob Konkurrent Wilkinson das besser kann.

          Der nächste Tag. Zunächst hält mich die Plastikverpackung des „Hydro 5“ in Schach. Der Rasierer ist in einem sogenannten Blister verpackt, einer unnachgiebigen Plastikverpackung, mit der Hersteller sonst Kopfhörer oder Glühbirnen einschweißen. Aufreißen? Unmöglich. Aufschneiden? Der Plastikgriff meiner Bastelschere bricht bei dem Versuch entzwei. Erst nach einem Gewaltakt mit der Küchenschere kann es losgehen.

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