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Video-Streamingdienste im Test : Mit eigenen Serien auf Kundenfang

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„You are Wanted“ ist die erste Amazon-Serie aus Deutschland, bei der Matthias Schweighöfer Regie führt und die Hauptrolle spielt. Bild: © Amazon/Pantaleon/Warner Bros.

Netflix und Amazon investieren Milliarden für eigene Filme. Wer braucht da noch Hollywood?

          Ich will einfach mein altes Leben zurück, fleht Lukas Franke. Ein Hacker hat sich Zugang zu seinen Daten verschafft und macht nun Frankes Leben zur Hölle. Am 17. März geht mit „You Are Wanted“ die erste deutsche Eigenproduktion von Amazons Video-Streaming-Dienst „Prime Video“ an den Start. Matthias Schweighöfer (35) spielt Lukas Franke, einen Hotelmanager und glücklichen Familienvater fernab existentieller Bedrohungen - bis der Hacker auftaucht und beginnt, Frankes Identität und sein Leben zu manipulieren. Alle sechs Episoden werden sofort abrufbar sein - eine Freude für alle Binge-Watcher, die am liebsten sämtliche Folgen am Stück schauen.

          Die weltweit größten Video-Streaming-Dienste Amazon und Netflix haben unsere Sehgewohnheiten völlig verändert. Während der Zuschauer in der alten Welt von Fernsehsendern und Kinos vorgeschrieben bekommt, wann er welche Inhalte schauen kann, entscheidet er in der neuen Welt der Streaming-Dienste selbst, wann und wo er was sehen möchte. Subscription-Video-on-Demand (SVoD, zu Deutsch: abonnierte Videos auf Anforderung) lautet der Fachbegriff.

          Immer stärker investieren Amazon und Netflix nun in ihre Eigenproduktionen - auch in Deutschland. Amazon hat neben „You Are Wanted“ mit der Drama-Serie „Deutschland 86“ schon eine weitere deutsche Eigenproduktion angekündigt. Und auch Netflix will für seine Produktionen (die es „Originals“ nennt) deutsche Inhalte. Gerade laufen die Dreharbeiten für die Serie „Dark“, die in der zweiten Jahreshälfte dann exklusiv bei Netflix verfügbar sein soll. Weltweit hat Amazon nach eigenen Angaben 2016 seine Ausgaben für Eigenproduktionen verdoppelt. Und auch bei Netflix geht der Ausbau weiter. Vergangenes Jahr wurden mehr als 600 Stunden „Originals“ veröffentlicht, dieses Jahr sollen es über 1000 Stunden und über 400 verschiedene Titel werden.

          Amazon und Netflix haben es satt um Lizensen zu feilschen

          Ein Grund für das große Interesse von Amazon und Netflix an Eigenproduktionen ist, dass sie es satthaben, in jedem Markt und damit oft in jedem Land neu um die Lizenzen für Filme und Serien zu feilschen. Rechte für fremde Inhalte haben Beschränkungen etwa zur Dauer und Anzahl der Nutzung. Wenn diese erreicht sind, verschwinden Serien oder Filme aus dem Angebot, dann muss wieder neu verhandelt werden. Auch die Frage, wie die Inhalte verfügbar sind, spielt eine Rolle - gerade für die weltweite Strategie. Konkret:

          Darf sich der Nutzer Serien oder Filme auf sein Gerät herunterladen, um sie dann für eine gewisse Zeit auch ohne Internetzugang anschauen zu können? In noch nicht so gut entwickelten Ländern oder im Flugzeug ist das wichtig, weil nicht überall Internet verfügbar ist. Von Bedeutung ist es auch für diejenigen, die unterwegs schauen wollen, aber nicht soviel Datenvolumen ihres Tablet-PCs oder Smartphones verbrauchen wollen. Bei Eigenproduktionen haben es Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon in eigener Hand, wie und wo sie ihre Inhalte verbreiten.

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