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Bilanz des Helfens : Spendenvolumen steigt, Spender werden weniger

Das Spendenjahr 2014 stand im Zeichen von Ebola Bild: AFP

Das Jahr 2014 hat ein neues Rekordvolumen an Spenden eingebracht. Indes nimmt die Zahl der Spender ab. Die Hauptlast tragen die über Sechzigjährigen.

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          Knapp 5 Milliarden Euro haben die Deutschen 2014 gespendet. Damit haben die Ausgaben für wohltätige Zwecke nach Umfragen des Deutschen Spendenrats ein neues Rekordvolumen erreicht. Knapp 80 Prozent entfallen auf humanitäre Zwecke, rund 5 Prozent auf den Tierschutz, der Rest kommt der Kulturpflege und dem Naturschutz zugute.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei hat die Kinder- und Jugendhilfe die Kirchen als größten Empfänger abgelöst. Auf beide Empfänger entfallen gut 40 Prozent der Spenden. Deutlich mehr wurde mit einem Anteil von 11,5 Prozent für Krankheit und Behinderung gegeben, wohingegen der Anteil der Not- und Katastrophenhilfe gegenüber 2013 von 19 Prozent auf 12 Prozent sank.

          Hier schlug sich nieder, dass es im Vergleich zum Vorjahr, als das Hochwasser in Deutschland und der Taifun Haiyan in Asien die Berichterstattung prägten, keine großen, medienwirksamen Katastrophenereignisse gab. Das Flüchtlingsdrama in Syrien und die Ebola-Epidemie in Westafrika hielten dauerhaft an und lösten keine großen Ad-hoc-Spenden aus, zumal nur knapp ein Drittel für internationale Projekte spendet.

          Spendenorganisationen bemühen sich um mehr Transparenz

          Der Trend geht zu kleineren Organisationen: Erhielten die zehn größten Organisationen 2006 noch mehr als 30 Prozent des Aufkommens, so waren es 2014 nur noch 23 Prozent. Das gilt besonders für die Gruppe der unter Vierzigjährigen. Sie lassen weniger als jeden sechsten Euro den größten zehn Organisationen zukommen. Die wichtigsten Spender aber bleiben die über Sechzigjährigen, auf die mehr als die Hälfte der Spenden entfallen.

          Zu beobachten ist auch, dass die Zahl der Spender zwar abnimmt, diese aber mehr spenden. Lag der Anteil der Wohltätigen an der Bevölkerung 2006 noch bei 42,6 Prozent, war es 2014 nur noch ein Drittel. Dafür spendeten sie im Durchschnitt mehr als sechsmal pro Jahr im Mittel 36 Euro. 2006 waren es nur fünf Spenden à 27 Euro.

          Wie in jedem Jahr entschied das vergangene Quartal über das Gesamtaufkommen, auf das rund 39 Prozent des gesamten Spendenvolumens entfallen. Allein im Dezember wurde jeder fünfte Euro gespendet.

          Viele gemeinnützige Organisationen, besonders Stiftungen, sind  aufgrund der gestiegenen Aufmerksamkeit dazu übergegangen, ausführlichere Geschäftsberichte vorzulegen. Diese bessere und transparentere Organisation wirkt sich auch positiv auf das Spendenaufkommen aus, befand schon zu Wochenbeginn das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI).

          Diese geht für 2014 von einem Anstieg des Spendenvolumens auf Basis von Hochrechnungen der größten Hilfsorganisationen um ein Prozent auf 6,4 Milliarden Euro aus. Auch die gute wirtschaftliche Lage sei für die erhöhte Bereitschaft verantwortlich.

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