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Surfen im EU-Ausland : Roaming abgeschafft – Kunden müssen trotzdem aufpassen

  • Aktualisiert am

Mit dem Surfen im Ausland müssen Verbraucher trotz allem künftig aufpassen. Bild: dpa

Ab Juni müssen Handynutzer im EU-Ausland keine Roaming-Gebühren bezahlen. Aber kann man sich bald im Urlaub wirklich so verhalten, als sei man in Deutschland? Mitnichten!

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          Reisende können ab Mitte Juni ohne Roaming-Gebühren im EU-Ausland mobil telefonieren und SMS verschicken. Das ist nun endgültig beschlossene Sache: Das Europaparlament verabschiedete an diesem Donnerstag eine entsprechende Verordnung.

          Für das Surfen im Internet ist die Sache allerdings komplizierter. Es wird für die Verbraucher eine Datenvolumen-Grenze geben und nur bis zu der ist das Surfen ohne Roaming-Gebühren möglich. Wie hoch die Grenze ist, muss sich erst noch zeigen. Wie viele MB oder GB für die Nutzer tatsächlich im Ausland gebührenfrei zur Verfügung stehen, das kann auch je nach Anbieter variieren. Dass man sich also mit einem deutschen Smartphone im Urlaub genauso verhalten kann, als sei man in Deutschland – das ist immer noch nicht unbedingt der Fall.

          Hintergrund ist, dass die Netzbetreiber, also zum Beispiel die Telekom oder Vodafone, vor zu hohen Kosten geschützt werden sollen. Wenn Griechen, Österreicher oder Spanier in Deutschland ihr Handy einschalten und hier surfen, dann kommen deren Anbieter nämlich nicht für die Kosten der Netzinfrastruktur auf, sondern die hiesigen Anbieter. Daher kommt die Obergrenze.

          Auch Telefonate außerhalb der EU kosten weiterhin viel Geld; denn dort gilt die neue Regelung nicht: 12.677,59 Euro zahlt ein Musterkunde, der seinen deutschen Handytarif einen Monat lang in den Vereinigten Staaten nutzt, zeigen aktuelle Berechnungen des gemeinnützigen Verbraucherportals Finanztip. Deutlich günstiger telefonieren und surfen Amerika-Reisende und Besucher anderer Länder demnach mit speziellen Sim-Karten fürs Ausland.

          Die Aufhebung der Roaming-Gebühren ist das Ende eines langwierigen Prozesses. Seit 2007 sind die erlaubten Aufschläge für Telefonie, SMS-Versand und Datennutzung im EU-Ausland bereits um 90 Prozent gefallen.

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