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Lufthansa-Streik : Was mach ich, wenn mein Flug ausfällt?

Lufthansa-Passagiere müssen sich in dieser Woche auf Streiks der Piloten einstellen. Bild: dpa

Die Lufthansa-Piloten wollen von Mittwoch an drei Tage lang streiken. Was bedeutet das für die Fluggäste? Welche Flüge könnten ausfallen? Und welche Rechte haben Passagiere bei einem Streik? Ein Überblick.

          Fliegt mein Flug noch?

          Die Piloten der Lufthansa haben am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass sie ab kommendem Mittwoch streiken wollen. Sie kündigten einen dreitägigen Ausstand an, der am Mittwoch (2. April) um 00.00 Uhr beginnen und am Freitag (4. April) um 23.59 Uhr enden soll. In diesem Zeitraum stellt die Lufthansa ihren Flugbetrieb weitgehend ein. Etwa 3800 Flüge dürften ausfallen, rund 425.000 Fluggäste sind betroffen. Die ersten Absagen betreffen bereits Flüge an diesem Montag, die letzten reichen bis Samstag. Die Streikankündigung trifft den Zeitraum der Osterferien in Niedersachsen und Bremen. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft Cockpit angekündigt, in den Osterferien nicht streiken zu wollen. Weitere Streiks bis zum Ende der Osterferien seien nach derzeitigem Stand ausgeschlossen.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Betroffen von den Streiks wären die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die Konzerntöchter Swiss und Austrian Airlines haben eigene Tarifverträge und würden von einem Ausstand bei der Lufthansa nicht getroffen.

          Wie finde ich am Streiktag heraus, ob mein Flug betroffen ist?

          Flugreisende sollten sich direkt an die Fluggesellschaft wenden. Zu Ankunft und Abflügen beziehungsweise von Streik betroffenen Flügen gibt die Lufthansa auf ihrer Internetseite Auskunft. Die dort zur Verfügung gestellten Informationen sollten sich Passagiere ausdrucken, damit sie auch später etwas in der Hand haben. Unter „Meine Buchungen“ auf der Lufthansa-Internetseite können Flugreisende herausfinden, ob ihr Flug durch den Streik ausfällt. Lufthansa informiert Passagiere auch per SMS über den aktuellen Stand, wenn sie ihre Mobilnummer angegeben haben.

          Wie geht es weiter, wenn mein Flug streikbedingt ausfällt?

          Wird ein Flug wegen Streiks gestrichen, muss sich die Lufthansa schnellstmöglich um eine sogenannte Ersatzbeförderung kümmern. Daher sollte man diese auch bei der Fluggesellschaft einfordern. Dauert der Ausstand länger, muss die Lufthansa einen Ersatzflug anbieten beziehungsweise bei Flügen innerhalb Deutschlands den Ersatztransport mit Bahn oder Bus organisieren. Passagiere sollten auch bei großen absehbaren Verspätungen pünktlich am Flughafen sein, da die Fluggesellschaft eventuell früher als angenommen einen Ersatzflug anbieten kann.

          Auch wenn der Flug voraussichtlich gestrichen wird, ist es ratsam, sich möglichst früh vor dem Abflug zum Check-In zu begeben oder schon vorab online einzuchecken, um lange Warteschlangen zu vermeiden.

          Welche Rechte habe ich, wenn ich durch den Streik am Flughafen feststecke?

          Die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Fluggäste haben bei Flügen von bis zu 1500 Kilometern nach zwei Stunden einen Anspruch auf Essen und Getränke. Außerdem dürfen sie auf Kosten der Fluggesellschaft zwei Telefonate führen. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern erhalten die Gäste nach 3 Stunden Hilfe, bei Flügen ab 3500 Kilometern nach vier Stunden. Müssen Passagiere länger als fünf Stunden auf ihren Flug warten, haben sie ein Recht darauf, sich das Geld für den Flug erstatten zu lassen. Damit ist die Fluggesellschaft aber aus allen weiteren Pflichten entlassen. Verschiebt sich der Flug auf den nächsten Tag, muss die Fluggesellschaft die Kosten für die Hotelübernachtung übernehmen.

          Stellt die Gesellschaft trotz Nachfrage keine Betreuung bereit, sollten Passagiere für Verpflegung und Hotel selbst sorgen. Sie sollten die Belege sammeln und die entstandenen Kosten der Fluggesellschaft in Rechnung stellen.

          Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?

          Laut Bundesgerichtshof liegt bei Streik höhere Gewalt vor. Deshalb gilt die EU-Fluggastrechteverordnung, die Passagieren sonst bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen eine Ausgleichszahlung garantiert, in diesem Fall nicht.

          Nur in einem Fall kann der Fluggast auf eine Entschädigung hoffen: Und zwar wenn er belegen kann, dass die Fluggesellschaft nicht genug getan hat, um die Folgen des Streiks für den Kunden abzumildern.

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