https://www.faz.net/-hsn-7mt2k

Pillen aus dem Internet : Worauf Sie bei Versandapotheken achten müssen

Keine Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente Bild: dpa

Wer krank ist, muss nicht mehr unbedingt in die Apotheke um die Ecke. Gerade für ältere Menschen ist es oft praktischer, Medikamente einfach online zu bestellen. Dabei gibt es einiges zu beachten.

          2 Min.

          Um Medikamente über das Internet zu vertreiben, muss eine deutsche Präsenzapotheke eine Erlaubnis zum Versandhandel beantragen. Davon gibt es mittlerweile 3000. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information bietet auf seiner Internetseite eine Liste der zugelassenen Versandapotheken an. Da für Apotheken in Großbritannien, den Niederlanden, Island, Schweden und Tschechien (nur nicht-verschreibungspflichtige Medikamente) ähnlich strikte Vorgaben für die Medikamenten-Vertrieb gelten, darf der Patient auch bei Onlineapotheken aus diesen Ländern bestellen.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Kaufen Verbraucher Medikamente bei nicht zugelassenen Apotheken, sollten sie sich bewusst sein, dass ausländische Arzneien trotz  gleicher Bezeichnung andere Wirkstoffe enthalten können.

          Verschreibungspflichtige Medikamente darf eine Apotheke in Deutschland und im europäischen Ausland nur aushändigen, wenn das Rezept im Original vorliegt. Wer also verschreibungspflichtige Arzneimittel ordern will, muss dies auf dem Postweg tun. Geht es um nicht-verschreibungspflichtige Medikamente, kann man bei den Anbietern über das Internet oder telefonisch ordern.

          Bevor ein Patient bei einer Onlineapotheke im europäischen Ausland ein verschreibungspflichtige Medikament bestellt, sollte er mit seiner Krankenkasse abklären, ob sie auch in diesem Fall die Kosten trägt. Außerdem sollte er fragen, ob er den Betrag erst auslegen muss oder ob die Krankenkasse direkt mit der Apotheke abrechnet.

          Der Preisvergleich von nicht-verschreibungspflichtigen Arzneien lohnt sich

          Für verschreibungspflichtige Medikamente dürfen Internetapotheken im europäischen Ausland seit 2012 keine Rabatte mehr gewähren. Für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente gilt dieses Rabattverbot aber nicht. Seit Januar 2004 dürfen Apotheker hier die Preise selbst festlegen. Deshalb können Verbraucher bei rezeptfreien Medikamenten deutlich sparen - teilweise zahlen sie bis zu 30 Prozent weniger. Auch der Rückgriff auf sogenannte Generika, also Medikamente mit anderem Namen aber gleichen Wirkstoffen, ist für Verbraucher eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen.

          Welche Versandapotheke den günstigsten Preis für ein Medikament bietet, können Verbraucher über Preisvergleichsportale im Internet herausfinden, etwa bei medizinfuchs.de oder medipreis.de.

          Auch Versandapotheken müssen als Service eine telefonische Beratung anbieten. Gerade wenn der Patient mehrere Arzneimittel parallel einnimmt und es deshalb zu Wechselwirkungen kommen kann, sollte er diese Fragen in einem Beratungsgespräch abklären. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, auf eine andere Versandapotheke auszuweichen, falls das Apothekenpersonal nicht ausreichend berät.

          Bei den meisten Versandapotheken kann man auf Rechnung bestellen und muss so die Ware erst bezahlen, wenn man sie geprüft hat. Übersteigt der Bestellwert einen bestimmten Betrag - je nach Anbieter zwischen 10 Euro und 50 Euro - erlässt die Onlineapotheke oft die Versandkosten. Auch wenn der Patient neben nicht-verschreibungspflichtigen auch verschreibungspflichtige Medikamente bestellt, fallen sie oft weg. Ansonsten liegen die Versandkosten meist zwischen 2,50 Euro und 5 Euro.  

          So erkennt man seriöse Anbieter

          Wer auf Nummer sicher gehen will, dass es sich bei der ausgesuchten Onlineapotheke auch um einen seriösen Anbieter handelt, der sollte zunächst auf vollständige Daten auf der Internetseite des Unternehmens achten: Gibt die Apotheke ihre Adresse, Telefonnummer, die Aufsichtsbehörde und die zuständige Apothekerkammer im Impressum an? Außerdem sollten deutsche Versandapotheken nur in Deutschland zugelassene Medikamente im Angebot haben. Das läßt sich daran erkennen,  dass Kennzeichnung und Packungsbeilage in deutscher Sprache formuliert sind.

          Bevor Verbraucher bei Internetapotheken bestellen, sollten sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen studieren. Hier können Sie neben den Abrechnungsmodalitäten auch nachlesen, wie lange sie voraussichtlich auf die Lieferung warten müssen. Diese Information kann ausschlaggebend sein. Vielleicht lohnt es sich bei langen Wartezeiten trotz höherer Preise, das gewünschte Medikament in der Apotheke um die Ecke zu besorgen.

          Weitere Themen

          Streit um Bank neuen Typs

          Check 24 : Streit um Bank neuen Typs

          Volksbanken und Sparda-Banken begehren auf gegen die neue Bank von Check 24. Sie kritisieren, ein Unternehmen könne nicht gleichzeitig neutrale Vergleiche von Girokonten versprechen und selbst eines anbieten.

          Topmeldungen

          Deutliche Worte in Richtung Friedrich Merz von Hessens Ministerpräsident und stellvertretendem CDU-Bundesvorsitzenden Volker Bouffier

          Bouffier über Merz’ Vorwürfe : „Das ist wirklich albern, falsch und widersinnig“

          Die Verschiebung des CDU-Parteitags habe „nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, ob dieser oder jener Parteivorsitzende werden soll“, sagt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im F.A.Z.-Interview. In der Corona-Krise stünden „harte Entscheidungen“ an.
          Heimatfreund: „Rüsselsheim ist und bleibt die Heimat von Opel“, versichert Firmenchef Michael Lohscheller

          Opel-Chef im Interview : „Wir sind jetzt die Effizienzweltmeister“

          Opel befindet sich mitten im Umbau und büßt Marktanteile ein. Unternehmens-Chef Michael Lohscheller zu der Frage, wie die Marke wieder wachsen will, wieso der Diesel nicht aus der Mode kommt und ob der E-Corsa läuft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.