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Nach Opec-Beschluss : Wie teuer werden Benzin und Heizöl?

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Tanken könnte nach dem Opec-Entscheid wieder teuerer werden. Bild: dpa

Die Opec hat erstmals seit 2008 eine Förderkürzung beschlossen und damit den Ölpreis über die Marke von 50 Dollar getrieben. Müssen Verbraucher nun dauerhaft mit höheren Benzin- und Heizölpreisen rechnen?

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          Auf die Verbraucher kommen wohl höhere Preise beim Tanken und Heizen zu. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) drosselt erstmals seit acht Jahren ihre Ölförderung, um den Preis des Rohstoffs in die Höhe zu treiben, der seit 2014 wegen eines Überangebots am Ölmarkt unter Druck gestanden hatte. Das hat unmittelbar für jeden Autofahrer beim Tanken und für jeden Hausbesitzer beim Befüllen des eigenen Heizöltanks Folgen.

          Die Mitglieder des Öl-Kartells stimmten bei ihrer Sitzung am Mittwoch in Wien der Grundsatzvereinbarung vom September zu. Sie hatten sich die oft zerstrittenen 14 Länder auf eine Drosselung der Förderung um knapp 1,2 Millionen Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel verständigt.Die amerikanische Leichtölsorte WTI kletterte entsprechend am Donnerstag um 1,6 Prozent auf 50,24 Dollar. Am Vortag hatte sich Brent um neun Prozent verteuert und war erstmals seit fünf Wochen wieder über die Marke von 50 Dollar gestiegen

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          „Die Opec hat geliefert und die Bullen am Markt haben das, was sie sich erhofft hatten", sagte Jefferies-Experte Jason Gammel. "Momentan haben die Ölpreise eine gewaltige Stütze." Die Analysten von Goldman Sachs rechnen mit einem Anstieg der Brent-Preise auf 55 Dollar in der ersten Hälfte kommenden Jahres.

          Dauerhaft werde der Preis aber nicht so hoch bleiben, denn die geringeren Opec-Mengen ließen Raum für andere Produzenten wie die amerikanische Schieferöl-Industrie. Auch Morgan Stanley äußerte sich skeptisch: Es sei offen, ob die einzelnen Opec-Länder die Beschlüsse auch konsequent umsetzten.

          Kraftstoffpreise werden steigen

          Was bedeutet nun dieser Schritt der Opec für den Verbraucher? Generell gilt: Der globale Benzin- und Dieselmarkt richtet sich nach den weltweiten Angebots- und Nachfragebedingungen auf den Produktmärkten. Das heißt, verteuert sich das Rohöl, spürt das auch in der Regel direkt der Verbraucher mit seinem Auto an der Tankstelle. Die Preise für Benzin und Diesel werden steigen, die Marke von 1,40 Euro pro Liter Benzin scheint schon bald wieder Realität zu werden.

          Der ADAC empfiehlt Autofahrern, Preisunterschiede konsequent zu nutzen und stets den günstigsten Anbieter anzusteuern. Unterstützung beim Auffinden der preiswertesten Station bietet der Online-Preisvergleich unter www.adac.de sowie die kostenlose App "ADAC Spritpreise".

          Günstiger Zeitpunkt für Heizölkauf

          Inwieweit die jüngste Opec-Einigung auch zu dauerhaft höheren Öl- und damit zu höheren Heizölpreise führt, bleibt abzuwarten. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen am Rohölmarkt wird Heizöl mittelfristig teurer. Aber noch ist das Preisniveau im Verhältnis zu  den Vorjahren niedrig und der Kaufzeitpunkt günstig", rät beispielsweise Oliver Bohr, Geschäftsführer im Bereich Energie bei CHECK24.de.

          Der monatliche Durchschnittspreis für Heizöl war noch im November um vier Prozent gesunken. Der Heizölpreis zog jedoch nach der Opec-Entscheidung sofort nach. Aktuell kosten 3000 Liter etwa 1650 Euro. Zum Vergleich: Noch 2012 kosteten 3000 Liter im Schnitt bis zu 2800 Euro.

          So setzt sich der Benzinpreis zusammen

          Der Spritpreis an der Tankstelle setzt sich aus mehreren Posten zusammen, wobei Steuern den größten Anteil ausmachen. Je Liter Benzin werden festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer (Diesel: 47,04 Cent) fällig. Außerdem muss der Verbraucher die Kosten für den Rohstoff tragen und Ausgaben und Gewinne der Mineralölkonzerne finanzieren. Zu guter Letzt schlägt die Mehrwertsteuer mit 19 Prozent zu Buche. Was heißt das in absoluten Zahlen?

          Im Oktober 2016 kostete der Liter Super im Schnitt 134,2 Cent pro Liter. Etwa 65 Prozent davon fließen direkt an den Staat, er bekommt derzeit also rund 87 Cent an Steuern. Der Restpreis setzt sich aus Kosten und Gewinnen zusammen - laut ADAC rund 47 Cent.

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