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Lieferdienste : Im Test: Lebensmittel aus dem Internet

  • -Aktualisiert am

Bild: Maximilian Stock LTD / StockFood

Wer seine Einkäufe im Netz bestellen und liefern lassen will, hat ein immer größeres Angebot. Wir haben es ausprobiert und sechs Lebensmittelhändler der Republik ins Haus kommen lassen.

          Es ist Zeit für ein Bekenntnis: Gewöhnlich kaufe ich mehrmals pro Woche ein, was aber nur daran liegt, dass einem als Städter gar nichts anderes übrigbleibt, als alles in homöopathischen Dosen heranzuschaffen. Außerdem bin ich Späteinkäufer und stürme immer erst kurz vor Schluss den nächsten Laden. Einkaufen gehört daher nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich finde, dass mir auch mal jemand das Tütentragen und Flaschenschleppen abnehmen könnte. Lebensmittel kann man schließlich im Internet bestellen – man kann es zumindest mal versuchen. Vergangene Woche habe ich es getan.

          Bisher wagen das sehr wenige Kunden. Dabei liefern immer mehr Händler direkt ins Haus: Die Handelsketten Rewe, Edeka und Tengelmann haben bundesweit Lieferdienste. Online-Händler wie Lebensmittel.de und Food.de versorgen aus Zentrallagern die Republik. Die Deutsche Post hat sich den Online-Supermarkt Allyouneed einverleibt. Amazon will ebenfalls sein Lebensmittelsortiment ausweiten, und vergangene Woche kündigte die Telekom an, mit Mall2go künftig Mitarbeiter von Großunternehmen am Arbeitsplatz mit Lebensmitteln zu beliefern.

          Kommen die Pakete auch an?

          Zurzeit aber kauft nur jeder Hundertste Deutsche regelmäßig Lebensmittel im Internet. Wieso auch, wo jeder einen Supermarkt direkt um die Ecke hat? Zudem achten wir mehr als andere Nationen auf den Preis, warum also sollten wir für Lieferdienste zusätzliches Geld ausgeben? Nur 500 Millionen Euro setzt der Einzelhandel bisher mit Lebensmitteln online um, das sind 0,3 Prozent dessen, was wir dafür jährlich ausgeben. Vier von fünf Konsumenten haben noch nie ihre Kühlschrankfüllung im Internet geordert, sagen die Unternehmensberatungen A.T. Kearney und McKinsey, denn dreiviertel der Kunden möchten sehen und anfassen, was sie kaufen. Über die Hälfte ist zudem unsicher, ob die Qualität beim Online-Kauf auch stimmt.

          Andererseits verputzen wir auch viele Standardwaren: Milch, Saft, Nudeln, Müsli – abgepackt und eingeschweißt. Nichts, von dessen Zustand man sich im Laden groß überzeugen muss. All das ließe sich ganz praktisch per Knopfdruck bestellen. Deshalb sagen Marktanalysten euphorisch: Bis 2020 werden bis zu 15 Prozent der Lebensmittel übers Internet verkauft. Rund 200 Millionen Fresspakete wären zusätzlich auf dem Weg durch die Republik.

          Da frage ich mich eines: Kommen die auch an? Von den Paketen, die ich sonst im Internet bestelle, landet nur jedes Zweite bei mir. Die andere Hälfte strandet bei Nachbarn, Postfilialen oder Geschäften ums Eck, die sie oft genug als Irrläufer zurücksenden. Wie viel von meinem Online-Order-Obst steht also diese Woche beim Gemüsemann nebenan?

          Sechs Lieferungen sollen den Weg zu mir finden. Ich teste Rewe, Edeka und Tengelmann. Außerdem Food.de und MyTime. Bei Amazon bestelle ich nicht. Das Sortiment ist zu klein, die Packungen dafür viel zu groß: Was soll ich mit vier Kilo Nudeln und drei Kilo Kaffee? Auch Lebensmittel.de bleibt auf der Strecke. Der OnlineSupermarkt stellt sein Lager um, teilt die Website mit, die meisten Produkte sind gerade nicht im Programm. Dafür setze ich auf die Post und Allyouneed.

          Vier bis fünf Euro pro Lieferung

          Das Wichtigste vorab: Am Ende der Woche ist mein Kühlschrank tatsächlich voll – und mein Konto eine Ecke leerer. Prinzipiell verlangen die Bringdienste vier bis fünf Euro pro Lieferung, das erscheint mir fair dafür, dass sie mir das Essen bis zur Wohnung tragen und ein Kurier sogar alles in die Küche legt. Wer aber frisches Obst und Gemüse bestellt oder Tiefkühlbrötchen, greift bei manchen tiefer in die Tasche: Satte zwölf Euro berechnet MyTime bei 26 Euro Warenwert für „Frischeaufschlag“, Versand und als Kühlboxpfand.

          Bei Edeka24 wird’s teuer, wenn man nicht per Vorkasse Waren zahlen will, an deren Eintreffen man noch nicht glaubt. Und wenn man nicht gleich seine Kreditkartendaten rausrücken, sondern lieber per Nachnahme ordern will. Dafür sind zehn Euro fällig. Andere wie Food.de oder Tengelmanns Bringmeister bieten immerhin die Möglichkeit, ohne Aufpreis bar oder mit EC-Karte an der Haustür zu zahlen. Insgesamt kostet es mich 230 Euro – dafür bekomme ich Lebensmittel im Wert von 160 Euro.

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