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Konsumklima : Pünktlich zu Weihnachten steigt Kauflaune der Deutschen

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Nicht nur auf der Georgstraße in Hannover kaufen die Deutschen gern Weihnachtsgeschenke. Bild: dpa

Vor Weihnachten sitzt das Geld bei den Deutschen wieder locker. Für Geschenke wollen sie mehr ausgeben als 2012. Die Stimmung der Verbraucher ist so gut wie seit 6 Jahren nicht mehr.

          Zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts hat sich die Kauflaune der Deutschen wieder deutlich verbessert und den höchsten Wert seit über sechs Jahren erreicht. Das vom Forschungsunternehmen GfK ermittelte Konsumklima stieg von revidiert 7,1 Punkten (zuvor 7,0 Zähler) für November auf 7,4 Punkte für Dezember. Die Kauflaune werde getrieben von steigenden Einkommenserwartungen und den rekordtiefen Zinsen, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Die Verbraucherstimmung lag deutlich über den Erwartungen von Volkswirten, die mit 7,1 Punkten gerechnet hatten.

          „Die Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten mehr und mehr in Schwung kommen wird“, erklärten die GfK-Experten den Anstieg. Eine Folge der positiven Konjunkturerwartung sei eine „exzellente Einkommensstimmung“. Die Verbraucher erwarteten Einkommenszuwächse, die hoher Wahrscheinlichkeit über der zu erwartenden Inflationsrate liegen dürften, hieß es weiter. Außerdem sorgen rekordtiefen Zinsen für Kauflaune. „Die Verbraucher sehen die Alternative zum Konsumieren - das Sparen - offenbar als immer weniger attraktiv an“, schreiben die GfK-Experten. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 0,25 Prozent gesenkt. Mit Blick auf die Mini-Zinsen für Bankguthaben stecken die Verbraucher ihr Geld lieber in den Konsum.

          288 Euro für Weihnachtsgeschenke

          Den Deutschen sitzt das Geld vor Weihnachten wieder locker: Im Schnitt wollen sie diesmal 288 Euro für Geschenke ausgeben und damit 3 Euro mehr als im vorigen Jahr, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der GfK-Konsumforscher. Die beliebtesten Geschenke sind Bücher, Spielwaren und Kleidung - aber auch Bargeld oder Gutscheine bleiben angesagt. Für Tablet-PCs oder Smartphones sind die Deutschen bereit, wesentlich tiefer in die Tasche zu greifen als im vorigen Jahr. Insgesamt könne der Handel auf Umsätze von 15,2 Milliarden Euro mit Weihnachtsgeschenken hoffen, ein Plus von 2 Prozent.

          Der Einzelhandel hatte sich schon Anfang November Optimismus verbreitet und für den gesamten Konsum Rekordumsätze von 80,6 Milliarden Euro für die letzten beiden Monate des Jahres angekündigt. „Die Rahmenbedingungen für ein gutes Weihnachtsgeschäft stimmen“, hatte HDE-Verbandschef Josef Sanktjohanser gesagt. Die wachsende Beschäftigung, steigende Löhne und niedrige Zinsen steigerten die Kauflust. Rund 42 Prozent der Befragten wollen der GfK-Studie zufolge Lesestoff zu Weihnachten verschenken und dafür 40 Euro ausgeben. Jeweils rund ein Drittel der Deutschen haben Spielzeug oder Kleidung auf dem Einkaufszettel und dafür 77 Euro beziehungsweise 90 Euro im Budget. „Auch Bargeld wird wieder gerne verschenkt, das in den Tagen nach dem Fest zu einem Gutteil in die Kassen der Händler fließen dürfte“, erläuterte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. „Insgesamt werden die Bargeschenke ein Volumen von 3,3 Milliarden Euro umfassen.“

          Handys und Smartphones wollten zwar nur 3 Prozent der Befragen verschenken, dafür aber mit 242 Euro doppelt so viel ausgeben wie im Vorjahr. Rund die Hälfte der Befragten will zumindest ein Geschenk im Internet kaufen. Am meisten geben die Senioren für Weihnachtsgeschenke aus: Mit 354 Euro im Schnitt etwas mehr als im Vorjahr. Das Geschenkbudget gekürzt haben dagegen die 45- bis 54-Jährigen auf 309 Euro, gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen mit 276 Euro.

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