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Heizkosten : Gaskunden freuen sich auf Rückzahlung

Bild: F.A.Z.

Dank des milden Winters war der Verbrauch von Gas rückläufig, da die Heizung nicht auf Hochtouren laufen musste. Mieter können sich jetzt freuen. Je nach Gastarif werden Erstattungen über mehr als 1000 Euro möglich sein.

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          In diesen und den nächsten Tagen bekommen viele Mieter ihre jährlichen Nebenkostenabrechnungen zugestellt. Und viele werden jubeln: Denn die Kosten fürs Heizen dürften deutlich zurückgegangen sein. Wie viel es kostet, die eigenen vier Wände warm zu halten, hängt vor allem vom Wetter ab. Ist es besonders kalt, muss die Heizung auf Hochtouren laufen und verbraucht dementsprechend mehr Gas. Bei mildem Wetter wird weniger verbraucht, und dieser Winter war außergewöhnlich milde.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach einer Analyse des Verbraucherportals Verivox reduzierte sich der Energieverbrauch der Haushalte in der Heizperiode zwischen Oktober und Mai um 19 Prozent. Der Gasverbrauch sank sogar um 24 Prozent im ersten Quartal, der Ölverbrauch ging lediglich um 12 Prozent zurück.

          Gasanbieter müssen zu viel gezahltes Geld zurückzahlen

          Was heißt das nun konkret für die Verbraucher? Zum einen bedeutet das: Wer seinen Öltank vor dem Winter vollgefüllt hat, hat jetzt noch wesentlich mehr drin. Damit muss erst später neuer Brennstoff gekauft werden, und der Verbraucher spart indirekt. Noch besser ist es für Verbraucher, die ans Gasnetz angeschlossen sind und eine hohe monatliche Vorauszahlung haben: Sie können sich – je nach Haushaltsgröße – um Einsparungen in Höhe von Hunderten Euro freuen. Denn die Gasanbieter müssen – je nach Tarif – zu viel gezahltes Geld zurückzahlen. Da die Gaspreise stabil geblieben sind, bedeutet 19 Prozent weniger Verbrauch auch 19 Prozent weniger Kosten. Aber auch bei den Rückzahlungen sollten Verbraucher wachsam sein. Gern schleichen sich beim Vermieter oder beim Versorger dort Fehler ein.

          Aktuell kostet laut des Verbraucherportals Verivox im Grundversorgertarif eine Kilowattstunde Gas bei einem jährlichen Verbrauch von 20000 Kilowattstunden rund 7,5 Cent. Nimmt man dagegen den günstigen Tarif ohne Vorkasse im Klimatarif sind es dagegen nur 5,5 Cent. Das entspricht einer Ersparnis von fast 30 Prozent und bei den 20000 Kilowattstunden, dem Durchschnitt einer vierköpfigen Familie, einer Ersparnis von rund 400 Euro.

          Krise in der Ukraine Gefahr für Gaspreise

          Die Krise in der Ukraine ist dabei eine stete Gefahr für die Gaspreise. Aktuell hat Russland der Ukraine den Gashahn zugedreht. Das belastet auch Deutschland. Denn im Vorjahr kamen 38 Prozent des deutschen Gases durch Pipelines, welche durch die Ukraine gehen. Noch ist das kein Problem. Zum einen hat die ukrainische Regierung versprochen, alles Gas aus den eigenen Speichern für den Transit bereitzustellen, damit es dort nicht zu sinkenden Gastransporten kommt. Laut ukrainischen Angaben sollen die Speicher so gut gefüllt sein, dass keine Versorgungsprobleme bis in den Winter zu erwarten sind.

          Außerdem sind die Gasspeicher in Deutschland wegen des milden Winters noch zu gut 70 Prozent gefüllt, bis zu 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas lagern in mehreren Dutzend Speichern. Das entspricht einem Viertel des gesamten Energieverbrauchs und dürfte selbst ohne weitere Gaslieferungen auch noch mehrere Monate reichen.

          Zu guter Letzt kommt russisches Erdgas nicht nur durch die Ukraine. Auch die Nord-Stream-Pipeline, die im November 2011 eröffnet wurde, transportiert russisches Gas ohne Zwischenstopp in anderen Ländern nach Deutschland. Daneben kommt Gas auch etwa aus Norwegen sowie weiteren Ländern nach Deutschland.

          Vorerst sind in Deutschland also keine Engpässe zu erwarten und auch keine mittelfristigen Preiserhöhungen. Ein Wechsel weg vom Grundversorger lohnt sich aber in fast jedem Fall, da Einsparrungen in Höhe von mehreren hundert Euro problemlos möglich sind. Außerdem dauert ein Anbieterwechsel in Zeiten des Internets nur wenige Minuten.

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