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Spartipp : So wechseln Sie den Gasanbieter

Gas gibt es anderswo auch biliger Bild: ZB

Auch wenn die Gaspreise langsamer sinken als gewünscht: Ein Wechsel des Gasanbieters kann viel Geld sparen. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten.

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          Erdgas wird immer billiger – aber die Versorger senken kaum  die Preise, so ein Gutachten, das im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen erstellt wurde. Wer sparen will, muss daher selbst tätig werden. Der Gasanbieter lässt sich im Grunde ebenso leicht wechseln wie der Stromversorger. Für Mieter ist dabei Voraussetzung, dass sie selbst Vertragspartner sind, sonst müssen sie gegebenenfalls den Vermieter zu einem Wechsel auffordern. Mittlerweile können wechselwillige Kunden unter Hunderten von Tarifen wählen. Dies kann sich durchaus lohnen. Wer in Frankfurt, Köln oder Berlin 12.000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, zahlt laut Vergleichsportalen beim regionalen Versorger jährlich bis zu 480 Euro mehr als beim günstigsten Alternativanbieter.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Grundsätzlich ist das Wechseln via Internet unkompliziert. Alle Vergleichsportale bieten mindestens Links zu den Internet-Seiten der Versorger, zumeist aber die Möglichkeit, die entsprechenden Formulare online auszufüllen oder sich Vertragsunterlagen direkt herunterzuladen. Als wichtigste Portale gelten Verivox, Toptarif und Check24. Dieser Service ist kostenlos, weil sich die Vergleichsportale in der Regel entweder durch Werbung von Gasanbietern oder durch Vermittlungsprovisionen finanzieren. Den Übergang regeln die Anbieter unter sich.

          In der Praxis ist der Wechsel jedoch weniger simpel. Wer nicht genau hinschaut und schnell einen Vertrag abschließt, kann in einem Tarif landen, der zunächst billig erscheint, es aber letztlich nicht ist. Im September testete die Stiftung Warentest Vergleichsportale, keines schnitt gut ab. Grund waren die voreingestellten Filter, durch die bei allen fünf Portalen fast keine verbraucherfreundlichen Angebote auf den ersten zehn Plätzen gelandet seien. Diese Filter sollen es eigentlich ermöglichen, der Fülle der Tarife Herr zu werden.

          Denn diese sind kompliziert beschaffen. Lassen sich Arbeits- und Grundpreise noch einfach vergleichen, so wird dies schon schwieriger, wenn die allfälligen Wechselboni eingerechnet werden – ein Hauptkritikpunkt der Stiftung Warentest. Darüber hinaus sind Faktoren zu berücksichtigen, die nicht direkt mit Geld zu tun haben, zum Beispiel die Vertragsdauer. Was nützt ein heute günstiger Zwei-Jahres-Vertrag, wenn die Gaspreise weiter fallen? Wer dann noch eine lange Kündigungsfrist wählt, zahlt am Ende womöglich zu viel. Auch die Dauer der Preisgarantie will berücksichtigt sein. In Zeiten steigender Gaspreise kann ein etwas teurer Tarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie am Ende billiger kommen.

          Lockangebote erkennen

          Hier sind Entscheidungen gefragt, die nicht einfach berechnet werden können. Allgemein gilt: Präsentiert sich ein Tarif als deutlich günstiger als der Durchschnitt, ist die Preisgarantie kurz, sind Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit hingegen lang und der Bonus hoch, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Lockangebot.

          Wer nicht zum Tarifspringer werden will, fährt besser, gleich etwas mehr zu bezahlen. Ist der häufige Wechsel nicht angestrebt, lohnt es auch, beim Vergleich den Haken für die Berücksichtigung von Boni einfach einmal herauszunehmen. Dadurch fällt die Ersparnis zwar deutlich niedriger aus, doch man ist den Einmal-Effekt los. In der Praxis zeigt sich, dass Preiserhöhungen am Ende der Preisgarantiezeit häufig sind. Insofern kann man den Bonuseffekt auch durchaus mit einrechnen. Preiserhöhungen sind immer ein Grund für eine Sonderkündigung. Je nach Umfang der Erhöhung und Entwicklung der Marktpreise kann es dann anderswo billiger sein.

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