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Spartipp : So wechseln Sie den Gasanbieter

Wer allerdings den Bonus mit einrechnet, sollte sich ebenfalls ausrechnen, wann sich der Bonuseffekt abgenutzt hat. Das ist dann der späteste Wechselzeitpunkt. Und wem das zu kompliziert ist, der sollte den Bonus unberücksichtigt lassen. Zudem sind die Boni nicht immer simpel gestrickt: Das Vergleichsportal Verivox schließt in seinen „Richtlinien zum Verbraucherschutz“ beispielsweise Boni aus, deren Auszahlung der Energieversorger durch einseitige Handlung verhindern oder verzögern kann. Weiter müssten Boni hinreichend transparent sein. Dabei nennt das Portal explizit Boni, die sich anteilig aus den Jahresgesamtkosten errechnen, der Höhe nach jedoch durch den geschätzten Verbrauch gedeckelt sind.

Vorsicht bei Sonderabschlag, Kaution und Vorkasse

Anscheinend sind die Anbieter hier sehr erfinderisch. Da gibt es Bedingungen wie ein Vertragsverhältnis, das länger als ein Jahr besteht, Club-Mitgliedschaften oder Abnahme-Vorgaben. Manche Versorger bieten auch Reise- oder Tankgutscheine.

Vorsicht ist bei einigen besonderen Tarifbestandteilen geboten: Das Vergleichsportal Toptarif etwa rät zur Vorsicht bei Anbietern, die Sonderabschlagszahlungen verlangen. Dieser wird beim Vertragsbeginn einmalig fällig und entweder zum Ende des Vertragsverhältnisses oder mit der ersten regulären Abschlagszahlung in verrechnet. Dieses zinslose Darlehen an den Versorger kann mehrere hundert Euro betragen. Bei einer möglichen Insolvenz eines Anbieters kann der Sonderabschlag aber verloren sein.

Diese Gefahr besteht vor allem im Falle reiner Gashändler, die keine eigene Produktion besitzen und wo im Insolvenzfall die Masse fehlen kann. Bei großen Versorgern oder Stadtwerken ist diese Gefahr deutlich geringer. Ähnliches gilt für Tarife mit Vorauskasse und Kaution. Dies belastet zudem die Liquidität. Wer ein Haus zu beheizen hat, weiß, dass das im Jahr mehr als 1000 Euro kosten kann. Diese im Voraus zu bezahlen ist keine Kleinigkeit. Daher ist es ebenso ratsam, die Tarifauswahl auf monatliche oder mindestens quartalsweise Abschlagszahlung einzuschränken.

Nicht ist simpel

Wenig ratsam sind Paket-Tarife. Hier wird eine bestimmte Anzahl an Kilowattstunden zu einem günstigen Tarif eingekauft. Wer weniger verbraucht, bekommt das nicht erstattet, wer mehr verbraucht muss das aber zahlen - und meistens ist der Preis dann höher. Da der Gasverbrauch vom Wetter abhängt, kann es sehr leicht geschehen, dass sich das Geschäft nicht rechnet.

Auch mit der Preisgarantie ist es nicht so einfach. Diese wird nämlich nicht immer auf sämtliche Preisbestandteile gewährt, so dass steigende Umlagen und Abgaben weitergereicht werden können.

Insgesamt gilt also, beim Gasanbieterwechsel Umsicht walten zu lassen. Einfach den billigsten Anbieter zu wählen, ist nicht ratsam - sich einen Überblick über den Tarif und den Anbieter zu verschaffen, ist unerlässlich. Aber auch das kann sich lohnen: In Frankfurt, Köln oder Berlin sind auch unter restriktiven Ausschluss-Kriterien 200 bis 300 Euro Ersparnis drin.

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