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Ferien auf Balkonien : Ebbe in der Urlaubskasse

Auch Balkonien ist ein häufiges Urlaubsziel. Bild: dpa

Autos, Möbel oder Flachbildfernseher finanzieren die meisten schon mal über einen Ratenkredit. Doch wenn es um den großen Jahresurlaub geht, verzichten viele Deutsche stattdessen lieber.

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          Sommerzeit ist Ferienzeit. Doch so gerne die Deutschen auch verreisen, viele haben weniger Geld in der Urlaubskasse als im vergangenen Jahr und müssen sich daher einschränken. Jeder vierte Bundesbürger verzichtet offenbar ganz auf den großen Jahresurlaub.

          Kerstin Papon
          (kpa.), Finanzen, Wirtschaft

          Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Norisbank. Etwa jeder zweite Deutsche plant demnach in diesem Sommer gleichwohl einen mindestens einwöchigen Urlaub. Und 16 Prozent der Befragten waren schon in den Ferien oder werden erst im Herbst oder Winter eine längere Reise antreten.

          Häufiger Grund für eine „Urlaubsabstinenz“ sei Ebbe in der Ferienkasse, heißt es von der Norisbank. Rund ein Drittel der Befragten gebe an, in diesem Jahr weniger Geld für einen möglichen Urlaub zur Verfügung zu haben als noch im Vorjahr. Unter denjenigen, die auf eine Reise ganz verzichteten, gelte dies wiederum für deutlich mehr als die Hälfte der Befragten.

          Für den Urlaub lieber klassisch sparen

          So sei es wenig verwunderlich, dass das Urlaubsbudget in jeder dritten Familie zum Streitthema werde, sagen die Fachleute der Direktbank. Mittlerweile sei es zwar fast selbstverständlich, Autos, Möbel oder Flachbildfernseher über einen Ratenkredit zu finanzieren. Doch wenn es um den Urlaub gehe, verzichteten viele Deutsche lieber darauf, als einen Ratenkredit aufzunehmen. Anders sähen dies gut 40 Prozent der Befragten zum Beispiel bei Fernreisen oder Weltreisen. Befragt wurden 1000 Bundesbürger.

          Damit die Urlaubskasse stimmt, sparen die Deutschen das Geld lieber an, und sei es mit einem Sparschwein, in dem stetig das Kleingeld landet, das den Geldbeutel so dick macht. Verschiedene Umfragen zeigen, dass die Finanzierung einer Reise, eines Autos oder von Möbeln neben der Altersvorsorge zu den wichtigsten Sparmotiven der Bundesbürger zählt.

          Doch nicht nur das fehlende Geld könnte dazu führen, dass mehr Deutsche daheimbleiben als zuvor. Laut einer Analyse der Stiftung für Zukunftsfragen kann auch die durch Terrorismus und Flüchtlinge allgemein gestiegene Zukunftsangst in diesem Jahr für eine leicht abnehmende Reiseintensität der Bundesbürger sorgen und dafür, dass mehr Unentschlossene als sonst dann doch nicht verreisen.

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