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EU-Gesetzgebung : Ab Mai sinken die Kreditkartengebühren

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Kreditkartenzeichen auf einer Ladentür: Mit gedeckelten Gebühren bezahlen. Bild: dpa

In Europa werden noch in diesem Jahr die Gebühren zwischen Banken für Kreditkartenzahlungen ihrer Kunden begrenzt. Wie viel davon bei Nutzern ankommt, muss sich aber zeigen.

          In der EU werden die Gebühren für Kreditkarten und andere Bankkarten künftig gedeckelt. Eine entsprechende Verordnung verabschiedete das Europaparlament am Dienstag mit sehr breiter Mehrheit. Das Plenum segnete damit in Straßburg einen Kompromiss ab, auf den sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Finanzminister im Dezember 2014 geeinigt hatten.

          Damit werden künftig die sogenannten Interbanken-Entgelte begrenzt: Diese Gebühren stellt die Bank eines Kunden der Bank eines Händlers in Rechnung, wenn der Verbraucher beim Händler oder Dienstleister per Karte zahlt. Damit verteuert sich der Endpreis von Produkten und Dienstleistungen - letztlich muss der Kunde dafür zahlen.

          Die Neuregelung sieht vor, dass die in den einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedlichen Entgelte für Kreditkarten auf 0,3 Prozent des Zahlungsbetrags und bei sogenannte Debitkarten auf 0,2 Prozent begrenzt werden. Die Regelung gilt sowohl für inländische als auch für grenzüberschreitende Transaktionen.

          Derzeit müssen die Händler den Karten ausgebenden Banken und Sparkassen in Deutschland 1,58 Prozent des Umsatzes für Visa-Karten und 1,73 Prozent für Mastercard-Karten zahlen. Zwar haben einige Branchen günstigere Konditionen, doch auch bei Tankstellen liegt die Gebühr noch bei 0,68 Prozent.

          Für Debitkarten - dazu gehören die in Deutschland beliebten EC-Karten - können die EU-Staaten im Inland alternativ eine Gebühr von fünf Cent einführen, solange diese nicht 0,2 Prozent des Transaktionswerts überschreitet.

          Für Kreditkartenfirmen wie American Express oder Diners wird die Neuregelung allerdings erst nach drei Jahren gelten, weil Zahlungen mit ihren Kreditkarten nur von einer Bank abgewickelt werden. „Leider bleiben einige Schlupflöcher“, sagte der Finanzexperte der Grünen, der Deutsche Sven Giegold. Die Verordnung sei dennoch ein „voller Erfolg“ für die Verbraucher in der EU. Den überhöhten Gebührenforderungen von Visa und Mastercard werde damit endgültig ein Riegel vorgeschoben.

          „Damit herrschen in ganz Europa einheitliche Bedingungen und Transparenz für den Verbraucher“, betonte Markus Ferber (CSU), stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafts- und Währungsausschusses. Dank der neuen EU-Verordnung sei nun klar, wie viel der Kunde zahle und wofür.

          Höhere Kreditkartengebühren für Kunden?

          Für die beliebten EC-Karten ändert sich in Deutschland wenig, da die Gebühren hier schon recht niedrig sind. Bei Kreditkarten könnten sich zwei Effekte ergeben. So könnten künftig Sondergebühren für Kreditkartenzahlung entfallen und die Akzeptanz der Karten steigen. Andererseits könnten die Kreditkartenunternehmen höhere Kartengebühren erheben.

          Für firmeneigene Kreditkarten (wie etwa „Miles and More“) ist der Gebührendeckel existenzbedrohend. Denn diese rechnen sich nur, wenn Unternehmen an den Gebühreneinnahmen der Banken beteiligt sind.

          Auch alternative Bezahlverfahren könnten leiden, da etwa die Bezahlsysteme von Apple und  Google Kreditkartensysteme nutzen. Apple etwa verlangt von Kooperationspartnern in den Vereinigten Staaten 0,15 Prozent vom Umsatz. Nur jeder zweite Cent an Kreditkartengebühren flösse demnach noch an die Unternehmen mit eigenen Bezahldiensten. Die Deckelung der Gebühren tritt allerdings erst am 9. Dezember 2015 in Kraft.

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