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Nach Unwetter : Das können Sie machen, wenn Ihr Zug ausfällt

  • Aktualisiert am

Ratsuchende Pendler Bild: Reuters

Unwetterschäden behindern in Teilen Deutschlands am Montagmorgen den Bahnverkehr. Was können Bahnkunden tun? Ein Überblick.

          Nach einem Unwetter müssen Bahnpendler in der Mitte und im Süden Deutschlands am Montag weiterhin mit Problemen rechnen. Wegen eines Blitzeinschlags in ein Stellwerk in Walldorf (Groß-Gerau) werde der Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Mannheim in beiden Richtungen voraussichtlich bis zum Nachmittag umgeleitet, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. Auch anderswo kommt es zu Ausfällen und Verspätungen von rund 30 Minuten.

          Alternativen checken

          Die Informationen zu Zugausfällen finden sich auf den Internet-Seiten der Bahn und werden laufend aktualisiert. Derzeit gibt es keine Ersatzfahrpläne. Wer ein internetfähiges Mobiltelefon besitzt, kann Informationen auch mobil unter mobile.bahn.de. Tagesaktuelle Reiseverbindungen mit Echtzeitinformationen gibt es auch in der App DB Navigator und unter bahn.de.

          Andere Verkehrsmittel nutzen

          Wenn alle Stricke reißen, müssen Reisende auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Viele dürften auf das Auto umsteigen, doch das könnte Geduld erforderlich machen. Wer kein Auto hat, kann auch mit Mitfahrzentralen oder Fernbussen von Stadt zu Stadt reisen. Zur Orientierung gibt es eine Reihe von Fernbussuchmaschinen.

          Fernbusse sind nicht teuer, eine Reise von Hamburg nach Berlin gibt es schon ab 4,99 Euro. Es kann allerdings dauern, in diesem Beispiel beträgt die Fahrtzeit mehr als drei Stunden, mit der Bahn wären es weniger als zwei.

          Eine Mitfahrgelegenheit gibt es etwa bei BlaBlaCar schon ab 12 Euro und dauert etwa ebenso lange. Die letzte Alternative ist wohl ein Last-Minute-Flug, der so kurzfristig allerdings auch sehr teuer werden kann.

          Ticket erstatten lassen

          Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof zahlt die Bahn eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises für die einfache Fahrt, ab 120 Minuten Verspätung eine Entschädigung von 50 Prozent.

          Bei Fahrkarten für die Hin- und Rückfahrt wird die Entschädigung auf der Grundlage des halben entrichteten Fahrpreises berechnet, jeweils wahlweise als Gutschein oder Geldbetrag.

          Das gilt auch für Verspätungen innerhalb der Reisekette: Erreicht man den ICE nicht mehr, weil der Regionalzug fünf Minuten zu spät kommt, und muss man deshalb mehr als eine Stunde auf den nächsten warten, hat man ebenfalls einen Anspruch.

          Selbst bei geringeren Verzögerungen haben Schienenreisende aber zusätzliche Möglichkeiten: Der Verkehrsverbund im Großraum Frankfurt, RMV, etwa gibt eine freiwillige 10-Minuten-Garantie. Im Fall einer Verspätung von mehr als 10 Minuten am Fahrtziel hat ein betroffener Kunde Anspruch auf anteilige Erstattung des Fahrpreises. Start und Ziel der Fahrt müssen aber innerhalb des RMV-Verbundgebietes liegen, wobei es um den Endpunkt der gesamten Fahrt geht.

          Die Erstattung muss innerhalb von 7 Folgetagen nach der verspäteten oder ausgefallenen Fahrt beantragt werden. Einzelfahrkarten werden bis zu einem Maximalbetrag von 6 Euro erstattet.

          Trotzdem pünktlich zur Arbeit kommen

          Arbeitnehmern, die wegen Zugausfällen zu spät oder gar nicht zur Arbeit erscheinen, kann rein rechtlich sogar das Gehalt gekürzt werden. Denn grundsätzlich trägt der Arbeitnehmer das Wegerisiko – das heißt, er hat dafür zu sorgen, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein. 

          Mussten dem Arbeitnehmer mögliche Verzögerungen bekannt sein, müssen sie eigenständig Vorkehrungen treffen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Die Vergütungspflicht des Arbeitgebers zur Zahlung des Lohns entfällt solange, bis der Mitarbeiter seine Arbeit aufnimmt.

          Weitere arbeitsrechtliche Sanktionen haben  Arbeitnehmer aber nicht zu befürchten. Wer nachweislich wegen Ausfällen von Verkehrsmitteln nicht am Arbeitsplatz erscheinen kann, hat dies nicht zu verantworten und kann deshalb auch nicht abgemahnt werden. Die Arbeitnehmer sind allerdings verpflichtet, unverzüglich dem Arbeitgeber mitzuteilen, ob sie später oder gar nicht am Arbeitsplatz eintreffen.

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