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Mobilität von morgen : So werden wir uns künftig in der Stadt bewegen!

Was Hoffnung macht, ist, dass die Jugend in den Großstädten immer weniger Wert auf ein Auto legt. Der Anteil der unter 35-Jährigen, der kein Auto im Haushalt hat, hat sich mehr als verdreifacht. In den Altersgruppen darüber ist er hingegen konstant geblieben. Ältere Menschen und Frauen fahren dabei häufiger als früher. Die spannende Frage ist, ob die jungen Menschen künftig auch dann ohne Auto bleiben wollen, wenn sie Familien gründen und das steigende Gehalt einen eigenen Wagen ermöglicht. Entsagen sie dauerhaft dem Auto, besteht die Chance einer grundlegenden Wende im städtischen Verkehr. „Die begeisterten Autofahrer mittleren und älteren Jahrgangs sind hingegen sehr schwer umzugewöhnen“, sagt Verkehrswissenschaftler Vortisch.

Carsharing steigt auf kleinem Niveau

Daher versprechen sich einige Experten Fortschritte, wenn sie diese Autofahrer dazu bewegen könnten, wenigstens umweltfreundliche Elektroautos zu nutzen, die am besten noch autonom und voll besetzt umherfahren statt wie sonst üblich nur mit durchschnittlich 1,08 Personen. Dazu könnten mehr Ladesäulen in den Parkhäusern, in Tiefgaragen und beim Arbeitgeber beitragen, die den Autos fest zugeteilt werden, damit sie immer verfügbar sind. Bisher ist die Nachfrage nach Elektroautos freilich sehr gering. Zudem würden die Wagen den Verkehr zwar umweltfreundlicher machen, aber nicht reduzieren, die Staus blieben. Und die Forderung nach Elektrobussen und Elektrotaxis ist ganz illusorisch, solange es keine serienreifen Modelle gibt.

Die Staugefahr mildern würden Fahrgemeinschaften, die moderne Apps organisieren könnten. Doch nicht jeder will Fremde im Auto mitnehmen. Autonom fahrende Autos wiederum, die wie Taxis allein umherfahren, würden den Bedarf an Parkplätzen deutlich reduzieren, weil sie permanent unterwegs sind. Simulationen haben allerdings auch ergeben, dass der Verkehr dann noch mehr zunehmen würde. Denn die Autos hätten einige Leerfahrten, zudem würde das Auto an Attraktivität gewinnen, wenn die Nutzer nicht mehr auf die Straße achten müssen, sondern während der Fahrt lesen und arbeiten können. Außerdem könnten dann auch Personen einsteigen, die krank oder zu alt sind oder die keinen Führerschein besitzen.

Umsteigen ins Leihauto: Carsharing am Frankfurter Hauptbahnhof

Auch Carsharing, bei dem das Auto nur geliehen wird, reduziert die benötigte Zahl von Parkplätzen, weil es im besten Fall den ganzen Tag im Einsatz ist. Schon mehr als zwei Millionen Nutzer haben sich angemeldet, die Zahlen steigen schnell, sind aber noch klein. In Deutschland gibt es schließlich 46 Millionen Autos. Angeboten werden Autos, die in festen Stationen geliehen werden können oder die am Straßenrand stehen, die dann mit einer Karten-App gefunden werden können.

Der Nachteil der privaten Carsharing-Anbieter: Sie ermöglichen Fahrten vor allem in den Innenstädten, in denen der Nahverkehr aber schon gut ausgebaut ist und man das Auto gar nicht unbedingt bräuchte. In den Stadtrandlagen, die oft mit dem Auto noch am besten zu erreichen sind, gibt es die Leihwagen hingegen meist nicht. Zudem fehlen zu Spitzenzeiten Fahrzeuge, zum Beispiel, wenn an einem sonnigen Feiertag alle ins Grüne fahren wollen.

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