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Investieren in Landwirtschaft : Unterstützen Sie die Imker

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Honigliebhaber können ihre Leibspeise direkt fördern. Bild: dpa

Wer besonders gern Wurst, Käse oder Honig mag, kann per Foodfunding direkt in die Herstellung dieser Lebensmittel investieren.

          Wer ein ganz bestimmtes Lebensmittel entdeckt hat, das ihm schmeckt - oder das dringend hergestellt werden müsste - der kann das auch per Foodfunding fördern. Er investiert sein Geld nicht in einen Hof oder die Produktionsstätte, sondern in ein bestimmtes Projekt. Er finanziert also ganz direkt den Produktanbau, etwa die Herstellung einer bestimmten Menge Fleisch, Wurst, Wein, Käse oder Honig. Der Bauer steckt das Geld der Anleger in Saatgut, Weinreben oder Betriebsmittel. Der Landwirt kann so Anlaufkosten stemmen für den Anbau neuer Sorten, bis ein Acker Früchte trägt. Und er geht nicht das Risiko ein, dass er am Ende auf seiner Ware sitzen bleibt, weil er weiß, dass sich bereits genug Abnehmer für sein neues Produkt interessieren, die ihm die Produktion auch komplett abnehmen. Die Anleger beim Foodfunding werden nämlich zu 100 Prozent in Naturalien ausbezahlt und bekommen ihren Einsatz voll in Form der produzierten Lebensmittel zurück. Also besser nicht in einen Bienenzüchter investieren, wenn man keinen Honig mag.

          Derzeit gibt es hierzulande erst wenige Foodfunding-Projekte, bei denen Geldgeber einsteigen können, doch die Plattform www.erzeugerwelt.de - die bisher Kunden und Direktvermarkter von Lebensmitteln vernetzt - will im Sommer die ersten Bauern an den Start bringen, die Helfer suchen. Darunter wird ein Orangenzüchter aus Valencia sein, der Orangenbaumpatenschaften anbietet. Ein Imker, bei dem man Bienenpate werden kann. Und ein Garnelenzüchter, der Biogarnelen in Deutschland produzieren will.

          Die Beteiligungshöhe soll zwischen 50 und 250 Euro liegen, sagt Johannes Tschesche, der die Plattform zusammen mit seiner Frau Monika Elias gegründet hat und betreibt. Dafür gibt es dann später Wein, Schafe oder Orangen geliefert. „Von Kundenseite haben wir schon sehr viele Anfragen nach Foodfunding-Projekten“, sagt Tschesche, „derzeit bündeln wir mehrere Betriebe, die mitmachen wollen.“ Erzeugerwelt wird auch unterstützt von Mitgliedern der Bürgeraktiengesellschaft Regionalwert AG, die sich ebenfalls für regionale Produzenten und Direktvermarkter einsetzt.

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