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Überschuldungs-Studie : Deutlicher Anstieg bei der Einkommensarmut

  • Aktualisiert am

n Deutschland sind viele Menschen überschuldet, obwohl sie einen Job haben. Bild: dpa

In Deutschland sind viele Menschen überschuldet, obwohl sie einen Job haben. Gesunken ist hingegen die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Dafür haben vor allem Jüngere sehr häufig offene Rechnungen bei bestimmten Unternehmen.

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          In Deutschland sind viele Menschen überschuldet, obwohl sie einen Job haben. Im vergangenen Jahr hätten 10,5 Prozent aller überschuldeten Privathaushalte Einkommensarmut als Grund für ihre Situation genannt, nach 7,3 Prozent im Vorjahr. Die sgeht aus einer Studie des Hamburger Institus für Finanzdienstleistungen (IFF). Zwar hätten durch die gute wirtschaftliche Lage mehr Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, Diese wirft aber offenbar für viele Menschen nicht genug ab, um ihren Lebensunterhalt vollständig bestreiten zu können.

          Das IFF erstellt jedes Jahr einen Überschuldungsreport, in den Daten von Schuldnerberatungsstellen aus allen Bundesländern einfließen. Für die neueste Ausgabe wurden den Angaben zufolge anonymisierte Daten von mehr als 57.000 Haushalten in ganz Deutschland ausgewertet. Als überschuldet wird jemand eingestuft, wenn er unter Verwendung des vorhandenen Vermögens und trotz Reduzierung der Lebenshaltungskosten nicht in der Lage ist, seine Schulden zu bezahlen. Interessant ist zudem, dass das Alter der Besucher von Schuldnerberatungsstellen sinkt. Innerhalb eines Jahres ist ihr Durchschnittsalter von 41,0 auf 40,2 Jahre zurückgegangen.

          Die jungen Deutschen verschuldeten sich dem Bericht zufolge vor allem bei Telekommunikationsunternehmen. 20 Prozent der Verbindlichkeiten der unter 25-Jährigen seien offene Rechnungen bei Telekommunikationsfirmen. Im Jahr zuvor seien es noch 18 Prozent gewesen. Über alle Altersgruppen hinweg machten die Forderungen von Telekommunikationsunternehmen nur vier Prozent aus. Der Anteil von Banken liege bei 48 Prozent. Die Höhe der durchschnittlichen Gesamtschulden habe sich im Jahr 2014 von 31.400 Euro auf 32.500 Euro erhöht.

          Im vergangenen Jahr war den Angaben zufolge weiterhin Arbeitslosigkeit oder Arbeitsreduzierung wichtigster Grund für eine Überschuldung. In 26,8 Prozent der Fälle wurde dies als Grund genannt. Der deutliche Anstieg beim Faktor Einkommensarmut sei allerdings "ein starkes Indiz dafür, dass eine Verschiebung vom Überschuldungsauslöser Arbeitslosigkeit hin zu Einkommensarmut stattgefunden hat", erklärte das IFF.

          Dazu passe auch der "nach wie vor hohe Anteil" von Erwerbstätigen, die trotz des Jobs auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen seien. Es sei in diesem Zusammenhang "kritisch zu beobachten und analysieren", wie sich der seit Januar 2015 geltende flächendeckende Mindestlohn auf den Faktor Einkommensarmut auswirke. Insgesamt habe die gute Lage am Arbeitsmarkt noch keine großen Auswirkungen auf die Überschuldungslage, analysierte das IFF. Im vergangenen Jahr seien rund 3,36 Millionen Haushalte überschuldet gewesen, 60.000 mehr als 2013. Gesunken sei hingegen die Zahl der Verbraucherinsolvenzen.

            

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