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Markenwahl : Was kaufst du denn da?

Diskussion im Plattenladen: Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel im Film „500 Days of Summer“. Bild: Picture-Alliance

Einer trinkt gerne Nespresso, der andere gerne Dallmayr-Kaffee. Einer will Cola, der andere Pepsi. Das kann die Partner tatsächlich unglücklich machen. Meistens leidet der Mann.

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          Cola oder Pepsi, McDonald's oder Burger King, Kaffee von Nespresso oder vom Röster um die Ecke: dass alltägliche Konsumentscheidungen bei Paaren zu größerem Streit führen können, weiß jeder. Doch selbst wenn der Streit beigelegt ist, ist offenbar noch nicht alles gut, wie einige Untersuchungen zeigen, die demnächst im „Journal of Consumer Research“ (Zeitschrift für Verbraucherforschung) veröffentlicht werden.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Tatsächlich entscheiden sich nämlich viele Paare dauerhaft für eine Marke. Und das nimmt den unterlegenen Partner mehr mit, als er sich vielleicht eingesteht. Jedenfalls ist das die Folgerung aus einer Studie an der „Duke University“: Dort wurden mehr als 1600 Menschen in mehreren Studienwellen befragt: nach ihren Gewohnheiten in der Beziehung und nach ihren Lieblingsmarken, außerdem beantworteten sie mehrere Fragen zu ihrer Lebenszufriedenheit.

          Es gab bei einigen Paaren in der Tat Unterschiede in den Lieblingsmarken. Das drückte die Lebenszufriedenheit spürbar - und zwar bei dem Partner, der sich in der Beziehung seltener durchsetzt. Trinkt ein Partner gern Pepsi und der andere gern Coca-Cola, dann ist die Lebenszufriedenheit des unterlegenen Partners auf einer 30-Punkte-Skala um 0,4 Punkte gedrückt. Das gilt nicht nur für Cola und Kaffee. Die Forscher untersuchten beispielhaft auch Schokolade, Bier und Autos. Und es gibt keinen Grund zu bezweifeln, dass es für andere Güter ebenso ist.

          Vielleicht merke derjenige, der sich durchsetzt, gar nichts von den anderen Vorlieben seines Partners, heißt es in der Studie. Und selbst wenn er es merke: Nicht immer sei es praktisch, beiden ihre Markenwünsche zu erfüllen. Die federführende Forscherin Danielle Brick sagt: „Wenn Sie in der Beziehung weniger Macht haben und andere Marken mögen als Ihr Partner, finden Sie sich wahrscheinlich immer wieder mit den Lieblingsmarken Ihres Partners wieder. Das kann sich anfühlen wie tausend kleine Stiche.“ Und weiter: „Die meisten Paare trennen sich deswegen nicht, aber es führt dazu, dass ein Partner immer weniger glücklich ist.“

          In langen Beziehungen gibt meistens der Mann nach

          Und welcher Partner ist das? In dauerhaften Beziehungen leidet wahrscheinlich meistens der Mann, wie eine zweite Untersuchung der Universitäten von Zentral-Florida und Nord-Texas zeigt. Dort wurde in gleich mehreren Experimenten und Befragungen untersucht, wie sich Paare beim Essen aneinander anpassen. Insgesamt 1400 Personen wurden nach Restaurantbesuchen befragt oder in psychologischen Experimenten untersucht.

          Das Ergebnis war immer das gleiche: Wenn eine Beziehung gerade entsteht, orientiert sich eher die Frau an der Essenswahl des Mannes. Eine lange Liste an Studien aus der Psychologie kommt zum gleichen Ergebnis: Viele Frauen tun das, um nachgiebig zu wirken, weil sie glauben, dass Männer das schätzen. Läuft eine Beziehung aber schon eine Weile, dann richtet sich eher der Mann nach der Essenswahl der Frau. Homosexuelle Paare waren in beiden Untersuchungen nicht enthalten.

          Wenn sich also der Mann dauerhaft nach der Frau richtet, kann das auf die Lebenszufriedenheit schlagen. Bevor Paare jetzt aber getrennte Kühlschrankfächer einrichten, sollten sie daran denken: Es ist schon lange bekannt, dass verheiratete Männer länger leben. Auch die Wissenschaftler der jüngsten Studie spekulieren nach ihren Ergebnissen: Gut möglich, dass Frauen ihre Männer zu gesünderem Essen bewegen.

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