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Lotto-Zwangsausschüttung : 45 Millionen Euro suchen Abnehmer

Lottokugeln vor der Ziehung: Noch kann jede gewinnen. Bild: dpa

Am Mittwoch wird der Lotto-Jackpot auch dann ausgespielt, wenn niemand alles richtig tippt. Denn er hat seinen Höchstwert erreicht und wird auf jeden Fall ausgeschüttet.

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          Von einem Leben ohne finanzielle Sorgen träumen viele Lottospieler. In Deutschland hoffen im Durchschnitt gut sieben Millionen Menschen auf den großen Gewinn und geben regelmäßig Geld für Lotto und Co. aus. An diesem Mittwoch könnten dabei einige ihrem Traum etwas näher kommen. Denn im Jackpot des Lottospiels 6 aus 49 befinden sich 45 Millionen Euro, die auf jeden Fall ausgeschüttet werden – der höchstmögliche Gewinn.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zwar beträgt die Chance, sechs Richtige und die passende Superzahl zu tippen, weiter nur 1 zu 140 Millionen. Gelingt dies an diesem Tag aber keinem Spieler, und bleibt die Gewinnklasse 1 abermals unbesetzt, wird der Jackpot in der nächstbesetzten Klasse ausgeschüttet – meist sechs Richtige ohne Superzahl. Schafft es auch niemand diese Zahlen zu tippen, wandert die Millionensumme in die nächstniedrigere Gewinnklasse. Dann würde ein Tipper nur fünf Richtige plus Superzahl benötigen, um den Jackpot zu knacken. Die Gewinnchance beträgt hier 1 zu 542 000. In diesem Fall dürfte die Gewinnsumme für den einzelnen Spieler aber schmelzen. Die Gewinnklasse 3 teilen sich meist Dutzende Lottospieler. Am vergangenen Samstag waren es 56 und am Mittwoch vor einer Woche 96.

          Zwangsausschüttung selten

          Die aktuelle Regel zur Zwangsausschüttung des Jackpots besteht erst seit rund anderthalb Jahren und nach einer Gewinnplanänderung zum 23. September 2020. Erstmals angewandt wurde sie in der Mittwochsziehung vom 2. Dezember 2020, als 45 Millionen Euro auf drei Tipper in der Gewinnklasse 2 entfielen: Je 15 Millionen Euro gingen nach Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein. Zuvor wurde ausgeschüttet, wenn der Jackpot in zwölf aufeinanderfolgenden Ziehungen nicht geknackt worden war. Er musste dann in der 13. Ziehung ausgespielt werden.

          Wissen war nie wertvoller

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          Zwangsausschüttungen sind selten. Nach rund 60 Jahren erfolgte die erste am 14. Mai 2016. Ein Spieler aus Nordrhein-Westfalen gewann mit sechs Richtigen rund 37,1 Millionen. Der höchste Jackpot in der Geschichte von 6 aus 49 wurde am 5. Dezember 2007 ausgespielt: Drei Tipper aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Thüringen spielten die richtigen Zahlen und teilten sich 45,4 Millionen Euro.

          Mit der Änderung der Lotto-Regeln im Herbst 2020 war auch eine Erhöhung der Spielgebühr von 1 auf 1,20 Euro je Feld verbunden. Die Bearbeitungsgebühr je Schein reicht je nach Bundesland von 20 Cent bis hin zu 1 Euro. Als Gewinn ausgeschüttet werden von jedem eingesetztem Euro nur 48 Cent. 20 Cent werden nach Angaben der Anbieter für Kultur, Denkmalpflege, Sport, Soziales oder Umweltzwecke ausgegeben, und je 16 Cent entfallen auf die Lotteriesteuer sowie auf Kosten für Personal, Sach- und Werbeaufwand plus Provisionen.

          181 Lotto-Millionäre

          Im Jahr 2021 wurden bundesweit 7,9 Milliarden Euro für Lotterien ausgegeben. Im Durchschnitt seien dabei je Woche mindestens drei Menschen zu Millionären geworden, teilten der Deutsche Lotto- und Totoblock und die 16 Landeslotteriegesellschaften vor wenigen Tagen mit. Insgesamt waren es 181. Über alle Spielarten wurden 3,87 Milliarden Euro ausgeschüttet. Am beliebtesten mit einem Einsatz von 4 Milliarden Euro ist das Lotto 6 aus 49.

          Sowenig wahrscheinlich es ist, die Gewinnzahlen richtig zu tippen, so nervenaufreibend dürfte im Fall der Fälle die Zeit sein, bis die Quoten feststehen. Denn nicht immer sind die Gewinner echte Glückspilze. Am 25. April 1984 entfiel der Hauptgewinn auf 69 Tipper, die umgerechnet bloß 8644 Euro erhielten. Am 3. Mai 2003 hatten sogar 117 Spieler sechs Richtige und gewannen je rund 26 623 Euro. Oft sprechen niedrige Zahlen, die etwa für Geburtstage stehen, oder Muster im Spielfeld für geringe Quoten. Die erste Lottokugel wurde am 9. Oktober 1955 in Hamburg gezogen: Es war die 13. Sie blieb aber über die Jahre hinweg selten und wurde insgesamt nur 501 Mal gezogen. Die 45 machte sich mit 502 Mal ähnlich rar. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für alle Gewinnzahlen – zumindest auf lange Sicht – gleich verteilt ist, sind die Unterschiede in den Ziehungen groß. Am häufigsten fiel bisher die 6 (624 Mal).

          Wenn an diesem Mittwoch die Lottokugeln, die eigentlich nichts anderes als bedruckte und lackierte Tischtennisbälle sind, gezogen werden, dürften wieder Millionen Spieler auf ihr Glück hoffen. Falls es wider Erwarten ausbleibt, warten auf Jackpotjäger schon am Freitag rund 47 Millionen Euro für fünf plus zwei richtige Zahlen im Eurojackpot – mit einem Einsatz von 2 Euro je Feld und niedrigen Gewinnen in den unteren Klassen. Hier kann der Höchstgewinn sogar bis auf 90 Millionen Euro wachsen und von März an zum zehnjährigen Bestehen dieser europäischen Lotterie in 18 Ländern auf 120 Millionen Euro steigen mit einer zweiten Ziehung am Dienstag. Denn für die Gesellschaften und den Staat ist es ein lukratives Geschäft.

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