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Lieferdienste im Test : Obst und Gemüse aus dem Internet

Rewe ist einer von sechs großen Lieferdiensten, die frische Lebensmittel bis vor die Haustür bringen. Bild: Rewe

Schlangestehen an der Supermarktkasse war gestern. Wer Zeit sparen will, lässt sich frische Lebensmittel nach Hause liefern oder holt sie an einer Packstation ab. Doch wie gut sind die Lieferdienste?

          Hand aufs Herz: Wenn wir frische Lebensmittel einkaufen, sind wir ein bisschen pingelig. Ob auf dem Erzeugermarkt oder im Discounter, jedes Stück Obst oder Gemüse wird begutachtet und oft befühlt. Haben die Äpfel Druckstellen? Ist die Kiwi zu hart? Sind die Kartoffeln nicht vielleicht etwas schrumpelig? Schauen, fühlen, kippen, das rät die Deutsche Bundesbank jedem Bürger, um falsche Banknoten zu erkennen. Nicht minder achtsam verhalten wir uns, wenn es um Frischwaren geht. Ist einerseits verständlich, kostet aber eine Menge Zeit.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In Zukunft könnte unser Einkaufen ganz anders vonstattengehen. Zwar bleibt es auch dort weiterhin jedem unbenommen, nach alter Gewohnheit in den nächsten Supermarkt zu gehen und jedes Lebensmittel eigenhändig auszusuchen und in den Einkaufswagen zu legen. Doch wer sich Zeit und Umwege sparen und die Nerven schonen will, dem dienen sich die Supermarktketten als Freund und Helfer an. Sie verlocken Verbraucher geradezu dazu, den Filialen fernzubleiben und Brot und Butter, Obst und Gemüse, Getränke oder Tiefkühlkost lieber online zu kaufen. Mit einer eigenen Kühlwagenflotte bringen Rewe und Kaufland den Einkauf nach Hause - obwohl die Supermärkte damit Verluste machen, und das nicht gerade wenig.

          Die Vorteile des Online-Lebensmittel-Shoppings für den Verbraucher liegen auf der Hand: kein Gedrängel vor den Regalen, kein Schlangestehen an der Kasse, kein lästiges Einpacken in Papiertüten. Stattdessen ein paar Klicks im Internet, und das Essen steht am selben Tag zur gewünschten Zeit vor der Haustür. Oder es kann auf dem Weg von der Arbeit nach Hause an einem Frischecontainer oder in einer Filiale abgeholt werden. „Click& Collect“ heißt das Konzept, das verschiedene Supermarktketten anbieten.

          Wie das Einkaufen in der Zukunft aussieht, das kann man schon jetzt ziemlich gut in Berlin beobachten, der deutschen Hauptstadt der schier unbegrenzten Möglichkeiten. Bei Real kann der Einkäufer in einer Filiale seiner Wahl seinen Warenkorb abholen, bei Rewe darüber hinaus auch an manchen Aral-Tankstellen. Kaufland hat jüngst eine topmoderne Abholstation in Betrieb genommen: 60 Fächer, drei Temperaturzonen, jeweils eine für gekühlte, tiefgefrorene und haltbare Produkte. Edeka testet gemeinsam mit der Deutschen Bahn Schließfachsysteme an Bahnhöfen, die wie Packstationen funktionieren. Man bekommt einen Code, mit dem man die Tür öffnet, und entnimmt die Lebensmittel. In München, wo das Angebot annähernd so groß ist wie in Berlin, steht eine Lebensmittel-Abholstation mit Kühlzone am Flughafen. Oft genutzt wird sie noch nicht. „Wenn der Wettbewerb weiter zunimmt, wird der Konsument kommen“, sagt Mirko Warschun, Handelsexperte der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney.

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