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Lebensmittel : Wie gut ist Billig-Bio?

Sternekoch Christoph Rainer in der Küche des Kempinski-Hotels „Villa Rothschild“ in Königstein im Taunus vergleicht Bio mit Nicht-Bio. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Butter für 1,59 Euro, Milch für 95 Cent: Bei Aldi & Co. gibt es immer mehr Bio-Produkte. Doch Vorsicht: Häufig sind sie nicht besser als herkömmliche Lebensmittel.

          Die Gemüseauslage im Discounter bietet so manche Überraschung: Karotten, Tomaten, Kartoffeln, Champignons - all das gibt es heute selbstverständlich auch in der Bio-Variante. Auch Eier, Fleisch und Milch, ja selbst Nudeln, Reis und Mehl tragen bei Aldi, Lidl, Penny & Co. inzwischen einen Bio-Stempel.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Keine Frage: Der Bio-Boom hat die Discounter erreicht - und ökologisch produzierte Lebensmittel damit für jedermann erschwinglich gemacht. Ein Kilogramm Bio-Bananen gibt es schon für 1,59 Euro, einen Liter Bio-Milch für 95 Cent, einen Bio-Fruchtjoghurt für 39 Cent. Für nur einen kleinen Aufschlag beim Preis, so scheint es, kann man der Umwelt etwas Gutes tun und sich selbst gesünder ernähren. Und besser schmecken sollen die Bio-Produkte auch noch.

          Bio für die Masse - kann das gelingen? Sind Bioprodukte vom Discounter wirklich besser als konventionell hergestellte Ware? Die F.A.S. hat den Test gemacht. So viel sei vorab schon verraten: Bio ist nicht immer besser.

          Wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein

          So funktioniert unser Versuch: Wir kaufen bei Aldi elf Lebensmittel ein, jeweils einmal konventionell und einmal ökologisch hergestellt. Auf unserem Einkaufszettel stehen die Produkte, bei denen Konsumenten am häufigsten zu Bio greifen: Eier, Obst und Gemüse, Kartoffeln, Brot, Butter, Joghurt und Fleisch. Den Einkauf bringen wir zu einem Sternekoch. Er soll für uns testen, welche Produkte frischer sind - Bio oder Nicht-Bio? Welche sind von besserer Qualität - und welche schmecken besser?

          Schon heute geben 63 Prozent aller Deutschen an, Biolebensmittel im Discounter zu kaufen (ganz vorne liegt als Bezugsquelle mit 84 Prozent der ganz normale Supermarkt). Nur 50 Prozent kaufen direkt beim Erzeuger, 36 Prozent im Biosupermarkt. Nach dem Vertrauen in Biolebensmittel gefragt, kehrt sich die Liste jedoch um, wie das „Ökobarometer 2012“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums zeigt: Nur 13 Prozent glauben, dass Bioprodukte vom Discounter auch halten, was sie versprechen.

          Große Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln

          Grundsätzlich gilt: Wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein. In unserem Test entscheiden wir uns für die Eigenmarke von Aldi Süd, die das EU-Bio-Siegel trägt. Es soll garantieren, dass keine Pflanzenschutzmittel und keine mineralischen Dünger eingesetzt werden, keine Gentechnik verwendet wurde, die Tiere Auslauf haben und möglichst vom Bauern selbst erzeugtes Futter bekommen. Beim Blick auf den Kassenzettel werden wir allerdings stutzig: Unsere konventionellen Produkte kosten zusammen 14,02 Euro, der Bio-Korb 18,50 Euro - über elf Produkte gerechnet, scheint das kein großer Unterschied zu sein. Setzt man die Preise für die einzelnen Produkte in Relation zur Menge, zeigt sich: Große Differenzen gibt es beispielsweise beim Hackfleisch. So kostet ein Kilogramm herkömmliches Hack 4,58 Euro, ein Kilogramm Bio-Hack aber 7,98 Euro. Auch bei den Tomaten ist der Unterschied spürbar: Für ein Kilogramm herkömmliche Tomaten verlangt Aldi 85 Cent, für ein Kilogramm Bio-Tomaten 2,58 Euro. Die Bio-Kartoffeln sind hingegen sogar billiger als die konventionell erzeugten: Sie kosten 1,15 Euro pro Kilogramm, die herkömmlichen aber 1,33 Euro.

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