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Gesundheit : Kassen senken Beitragssatz im Januar

Der Beitragssatz sinkt. Dennoch sollte nicht er allein entscheidend bei der Wahl der Krankenkasse sein. Bild: dpa

Der Beitragssatz mehrerer großer Krankenkassen fällt. Zwischen manchen Kassen ist das Gefälle bei den Beiträgen erheblich. Da kann sich ein Wechsel schon mal lohnen.

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          Mehrere große Krankenkassen senken zum Jahreswechsel ihren Beitragssatz. So beschloss die mit zehn Millionen Versicherten größte deutsche gesetzliche Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse, am Mittwoch, eine Absenkung ihres Zusatzbeitrages um 0,1 Punkte auf 0,9 Prozent. Mit einem Beitragssatz von zusammen 15,5 Prozent gehört die TK damit zwar nicht zu den günstigsten bundesweit operierenden Kassen, sie liegt aber weiterhin 0,1 Punkte unter dem durchschnittlichen Beitragssatz von 15,6 Prozent. Für den Versicherten macht die Senkung im Monat eine Ersparnis von maximal 4,35 Euro aus.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Wer von einer besonders teuren in eine besonders günstige Kasse wechselt, kann allerdings erheblich mehr sparen. Es gibt auch bundesweit geöffnete Kassen, die mit 15,2 Prozent Beitragssatz auskommen wie die AOK Plus oder die Handelskrankenkasse (HKK). Wer dorthin von einer Kasse mit 16 oder 16,1 Prozent Beitragssatz wechselt, kann bei einem Einkommen an der Bemessungsgrenze von 4350 Euro an die 40 Euro im Monat sparen, bei einem Monatseinkommen von 3.000 Euro sind es immer noch 27 Euro. Manche Betriebskrankenkassen verlangen noch weniger. Das trifft etwa auch auf die AOK Sachsen-Anhalt zu, die allerdings nur für Versicherte aus der Region geöffnet ist, wie die anderen Allgemeinen Ortskrankenkassen auch. Fachleute warnen aber davor, nur auf den Beitragssatz zu schauen, auch wenn der allergrößte Teil der Leistungen gesetzlich vorgeschrieben und damit identisch ist.

          Wenn auch die Finanzlage nicht bei jeder einzelnen Krankenkasse gut ist, gilt das Krankenkassensystem als gut aufgestellt und stabil. Deshalb hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel um 0,1 Punkte reduziert. Konkret bedeutet das, dass die Kassen im Schnitt rechnerisch nur einen Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent benötigen, um ihre nicht vom Gesundheitsfonds gedeckten Ausgaben zu finanzieren.

          Einige können sich keine Senkung leisten

          Auch im Lager der Allgemeinen Ortskrankenkassen haben einige ihren individuellen, nur von den Versicherten zu tragenden Zusatzbeitrag gesenkt: Bremen um 0,3 Punkte auf 15,4 Prozent, Nordwest um 0,2 auf 15,5 Prozent sowie Hessen und Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Saarland um 0,1 auf 15,6 Prozent.

          Alle anderen AOK und auch große Ersatzkassen wie die Barmer (15,7 Prozent), DAK und KKH (beide 16,1 Prozent) halten ihren Beitragssatz im kommenden Jahr stabil. Angesichts eher knapper Rücklagen und unzureichender Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds können sie sich, wie viel andere auch, eine Senkung nicht leisten. Auch die IKK Classic, mit nach eigener Angabe 3,3 Millionen Versicherten die sechstgrößte Kasse, bleibt mit einem Beitragssatz von 16 Prozent über den Jahreswechsel hinaus eine der teuersten deutschen Krankenkassen. Sie will ihren Beitragssatz allerdings ab Mai um 0,2 auf dann 15,8 Prozent senken.

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