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Neue Beiträge : Das sind die billigsten Krankenkassen 2015

  • -Aktualisiert am

Die Behandlung zahlt die Krankenkasse. Bild: dpa

Gesundheitsminister Hermann Gröhe sieht sich am Ziel: Fast 20 Millionen Mitglieder müssen 2015 weniger für ihre Krankenkasse zahlen. Lohnt sich ein schneller Wechsel?

          Die Betriebskrankenkassen Euregio und Metzinger sind bisher nur wenigen bekannt. Kaum 23.000 zahlende Mitglieder hat die BKK Euregio, die weniger als 1500 der BKK Metzinger fallen noch weniger ins Gewicht. Doch dürften die beiden Kassen bundesweit für Furore sorgen: Sind sie doch die einzigen unter den ab Januar noch 123 Kassen, die keinen Zusatzbeitrag verlangen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Für Mitglieder bedeutet das eine Beitragssatzkürzung um 0,9 Prozent. Wer 4125 Euro im Monat verdient, bis dahin wird der Kassenbeitrag berechnet, spart immerhin 37,13 Euro. Ein durchschnittlicher Versicherter kommt etwa auf die Hälfte und spart immer noch gut 18 Euro im Monat.

          Die beiden Kleinstkassen sind nicht die einzigen, deren Zusatzbeitrag unter dem vom Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) amtlich für das neue Jahr festgestellten „durchschnittlichen Zusatzbeitrag“ von 0,9 Punkten bleibt. 62 Kassen haben eine Senkung angekündigt, darunter Schwergewichte wie die AOK Plus, die AOK Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, die Knappschaft, die IKK Classic, die Techniker-Kasse oder die BKK Audi. Das freut nicht nur deren Mitglieder, sondern auch den Minister, selbst wenn nach Berechnungen des Bundesversicherungsamtes der Zusatzbeitrag im Schnitt allenfalls um 0,1 Punkte sinken wird.

          20 Millionen profitieren von Änderung

          Denn Gröhe hatte früh in Aussicht gestellt, 20 Millionen Mitglieder profitierten von niedrigeren Beiträgen. „Es sieht gut aus, dass die Krankenkassen-Beiträge in der Größenordnung günstiger werden, die der Minister genannt hat“, sagt seine Sprecherin.

          Die günstigsten Krankenkassen 2015. Ein Klick bringt die ganze Tabelle.

          Er erreicht die Zahl fast, selbst wenn man die Leute abzieht, die künftig mehr zahlen müssen. Zwar will jede zweite Kasse ihren Beitrag senken, aber sechs haben mitgeteilt, sie müssten künftig mehr als den gesetzlichen Satz von 14,6 Prozent zuzüglich 0,9 Prozent Zusatzbeitrag verlangen.

          Nicht nur das müssen sie ihren Mitgliedern schreiben, sondern auch, dass es günstigere Kassen gibt. Die offizielle Liste steht ab Donnerstag auf der Website des GKV-Spitzenverbands. Da die meisten Leistungen von jeder Kasse bezahlt werden müssen, können Preisbewusste, die nicht auf Zusatzleistungen wie zum Beispiel Homöopathie, Osteopathie oder Zahnreinigung auf Kassenkosten aus sind, zur günstigsten Kasse wechseln.

          Blick ins Kleingedruckte lohnt sich

          Dennoch warnt der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Maximilian Gaßner, vor voreiliger Kündigung: „Wer mit seiner Krankenkasse zufrieden ist, sollte nicht wegen geringfügiger Beitragssatzunterschiede wechseln.“ Zudem könnten Kassenwechsler früher von Beitragssatzerhöhungen eingeholt werden, als ihnen lieb ist: „Für das Jahr 2016 sind Beitragssatzerhöhungen unvermeidlich“, sagt Gaßner. Schon im nächsten Jahr kämen viele Kassen nur deshalb über die Runden, weil sie von ihren Reserven zehrten.

          Und bevor Übereifrige ihre Kasse kündigen, um zur BKK Euregio oder Metzinger zu wechseln, sollten sie ins Kleingedruckte schauen: Die beiden Kassen stehen nur Versicherten aus Nordrhein-Westfalen und Hamburg beziehungsweise Baden-Württemberg offen.

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