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Autonomes Fahren : Selbst ist das Auto

Hochdetaillierte und topaktuelle 3D-Karten sind nötig, damit die Autos immer in der richtigen Fahrspur unterwegs sind. Bild: Nokia

Intelligente Autos sind auf unseren Straßen unterwegs. Bald fahren sie völlig selbständig. Die Menschen können sich so entspannteren Beschäftigungen zuwenden.

          11 Min.

          Es ist acht Uhr. Zeit, zur Arbeit aufzubrechen. Das Garagentor öffnet sich wie jeden Morgen um diese Zeit. Das Auto startet den Motor, fährt von allein heraus und wartet dann. Der Terminkalender des Smartphones hat ihm gefunkt, dass heute ein auswärtiges Treffen ansteht, und die Adresse mitgeliefert. Selbständig fährt das Auto dorthin, während der Wagenbesitzer auf der Rückbank sitzt, die Zeitung liest, E-Mails prüft oder Kurznachrichten verschickt. Um das Fahren muss er sich nicht mehr kümmern. Am Ziel angekommen, steigt er aus, sein Auto fragt, wann es wieder benötigt wird. Bis dahin sucht es sich das nächste Parkhaus, identifiziert sich dort als selbstfahrendes Fahrzeug und bekommt daraufhin vom Parkhaus den Grundriss und den freien Stellplatz auf die Festplatte übertragen. Die Parkgebühren werden von der Kreditkarte abgebucht. Zur vereinbarten Zeit steht der Wagen wieder abfahrbereit am Treffpunkt.

          Inge Kloepfer

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Alles nur Science-Fiction? Nein. „Selbstfahrende Autos sind technisch machbar und fahren schon heute erfolgreich zu Testzwecken herum“, sagt Michael Hafner. Bei Daimler ist er Leiter für Fahrerassistenzsysteme und Aktive Sicherheit. Was möglich ist, das hat Daimler schon bewiesen mit einer werbewirksamen Fahrt auf der vielbefahrenen Route von Mannheim nach Pforzheim, jener Strecke, auf der 1888 Bertha Benz mit der ersten Fernfahrt eines Autos überhaupt Geschichte schrieb. Die S-Klasse fuhr 2013 noch einmal die 100 Kilometer – völlig selbständig. Audi schaffte es, Verkehrsminister Alexander Dobrindt zu einer Autobahntour mit einem autonom fahrenden A7 zu überreden.

          Eines der Haupthemen auf der IAA

          Aber es wird nicht nur getestet, sondern schon fleißig eingebaut. Die Revolution ist im vollen Gange. Erste Anwendungen sind schon jetzt für Serienautos verfügbar, jedes Jahr kommen neue hinzu. Sie werden eines der Hauptthemen der Automesse IAA sein, die am 17. September in Frankfurt beginnt.

          BMW zum Beispiel wird seinen neuen 7er vorstellen, der im Oktober auf den Markt kommt. Eines seiner Highlights: Er fährt von allein in die Garage und in Parklücken, als weltweit erstes Serienautomobil. Das Hinein- und Herausfahren wird vom Fahrer mit dem Schlüssel ferngesteuert aktiviert. Er steht am Straßenrand, achtet auf Hindernisse und kann zur Not das Einparken per Knopfdruck unterbrechen. Der Vorteil: Die Kurbelarbeit am Lenkrad übernimmt das Auto, und auch enge Parkplätze, auf denen man nicht mehr die Türen öffnen kann, kommen zum Parken in Frage. Das System ist eine Fortentwicklung der Parkassistenten, die es auch schon in kleinen Autos gibt. Dabei lenkt das Auto schon von allein, Gas geben und bremsen muss allerdings noch der Fahrer.

          Daimler wird auf der IAA seine neue E-Klasse präsentieren, die es von 2016 an zu kaufen gibt. Sie wird wie der neue BMW ebenfalls ferngesteuertes Einparken ermöglichen. Und sie wird Verkehrsschilder lesen können und bei Tempolimits das Auto automatisch abbremsen.

          Überall verfügbar in den großen Autos – und zunehmend auch in kleineren Modellen – sind zum Beispiel der Lenk- und Spurassistent. Beide Systeme steuern gegen und bremsen, wenn der Fahrer nicht ordentlich in der Spur fährt. Elektronische Bremsassistenten machen zur Not eine Vollbremsung, wenn der Fahrer in der Stadt einen Fußgänger oder ein kreuzendes Auto übersieht. Und im Stau und zähfließenden Verkehr übernimmt das Auto bis 60 Kilometer pro Stunde das nervende ständige Gasgeben und Beschleunigen.

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