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Autonomes Fahren : Selbst ist das Auto

Sicherheitslücken wie die bei BMW gibt es in ähnlicher Form auch bei anderen Marken. Die Autohersteller müssten ihren Fokus mehr auf die IT-Sicherheit legen, meint Käfer. Er denkt an die vielen Möglichkeiten, Fahrer zu prellen. Hacker könnten den Bordcomputer mit einem Trojaner lahmlegen und dann den Fahrer über den Bildschirm im Auto auffordern, umgehend einen Geldbetrag zu zahlen. Ansonsten könnten sie das Auto einfach außer Funktion setzen. Es bliebe dann mitten auf der Straße stehen. Bordcomputer sind so anfällig wie ein Notebook oder PC.

Jeder Dritte ist offen für Roboterautos

Noch sind auch die Autofahrer selbst nicht so weit, sich auf die autonomen Vehikel einzulassen. Zwar hat eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom erst im Juli die Aufgeschlossenheit der Deutschen gegenüber selbstfahrenden Autos zutage gefördert: Immerhin 34 Prozent der Befragten stehen diesen Mobilitätsrobotern offen gegenüber. Aber wer will schon wirklich bei Tempo 130 das Auto allein dahinrasen lassen? Es ist ein seltsames Gefühl, bei dieser Geschwindigkeit die Hände nicht am Lenkrad zu haben. Wobei Testfahrer sich wundern, wie schnell sie ihre anfängliche Skepsis abgelegt haben. Die deutschen Hersteller betonen zudem, dass alle neuen Systeme eine Option sind und kein Muss. Wer weiter auf der Autobahn selbst Gas geben will, der soll das auch in Zukunft tun können. Schließlich soll das Verkaufsargument „Fahrspaß“ auch weiter greifen. Die Hersteller hoffen zudem, dass sich die Fahrer immer mehr an die Assistenzsysteme gewöhnen und ihnen vertrauen werden.

Ob ihre Rechnung aufgeht? Das amerikanische Marktforschungsinstitut J.D. Powers hat in einer Studie unter 4200 Neuwagen-Besitzern im April bis Juni dieses Jahres festgestellt, dass die Fahrer die neuen Technologien aber nur selten einsetzen. 35 Prozent nutzten das automatische Einparken nicht, fast ebenso viele verzichteten auf andere Apps, die der Bordcomputer bereithält. „Ist ein Monat verstrichen, ohne dass sich der Fahrer mit den Anwendungen vertraut gemacht hat, wird er sie wahrscheinlich nie benutzen“, sagt Renee Stephens, der bei dem Forschungsinstitut die Autosparte betreut. Ein konservatives Fünftel der Befragten würde sogar in ihrem nächsten Neuwagen auf solche Assistenzsysteme ganz verzichten. Im Internet bringen es ein paar Kommentatoren auf den Punkt: „Ich brauche die Bremse, die Kupplung, das Gaspedal, den Lautstärkeregler und Bluetooth für mein Smartphone. Der ganze Rest ist Verschwendung.“ Und ein anderer schreibt daraufhin: „Na ja, es sind immer noch Autos, keine iPads auf vier Reifen.“ Noch nicht. In ein paar Jahren könnte das alles schon ganz anders aussehen.

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