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Im Vergleich : Welche Handy-Halterung fürs Auto ist die beste?

  • -Aktualisiert am

So sieht die Handyhalterung von Wicked Chili aus. Bild: Stefan Finger

Wer sein Smartphone gut befestigt, darf auch im Auto telefonieren. Wir haben acht Halterungen getestet.

          Das Auto ist längst mehr als ein Fortbewegungsmittel, viele nutzen es als eine Art mobilen Konferenzraum. Damit das funktioniert, braucht das Smartphone seinen festen Platz. Fahrern drohen nämlich sonst empfindliche Strafen: Bis zu 200 Euro, zwei Punkte und ein Fahrverbot sind möglich. Das Bundesverkehrsministerium schätzt, dass jeder achte bis zehnte Unfall mit Beteiligung eines Autos deshalb passiert, weil am Steuer telefoniert wird.

          Verschiedene Pkw-Hersteller lösen das Problem, indem sie „Apple CarPlay“ oder „Android Auto“ als Ausstattung anbieten: Per USB-Schnittstelle greift das Display des Fahrzeugs auf das Smartphone zu. Die Software sowie Ladeschale und Handy-Halterung kosten aber schnell mehrere hundert Euro Günstiger kann es sein, das Smartphone unterwegs per selbstmontierter Halterung einzusetzen.

          Viele Anbieter wetteifern mit unterschiedlichen Konzepten: Die Geräte werden an der Windschutzscheibe, am Armaturenbrett, gar im CD- oder Lüftungsschlitz angebracht. Doch längst nicht jede Halterung kommt für jeden in Frage. Deshalb empfiehlt es sich, das eigene Auto vorher genau anzuschauen: Ist das Armaturenbrett flach oder gebogen? Wie steil ist die Windschutzscheibe? Wie stabil sind die Lüftungsschlitze und wo liegen sie? Auch Robustheit zählt: „Handy-Halterungen sollten im Crash getestet sein, damit sie bei einem Unfall nicht zum gefährlichen Geschoss werden“, empfiehlt der ADAC und verweist auf das Testsiegel des Automobilclubs.

          Hält das Smartphone auch?

          Im F.A.S.-Test müssen sich acht Halterungen in einem Toyota Yaris und einem Ford Focus bewähren. Das Befestigen erweist sich in den meisten Varianten als relativ problemlos. Negativ fallen die Modelle für die Lüftungsschlitze von Avolare und Mpow Magnet auf. Je nachdem, wo sich die Lüftungslamellen befinden und in welche Richtung sie zeigen, ist das Handy nicht zum Fahrer geneigt. Ein grundsätzliches Problem ist, dass nach erfolgreicher Montage ein Teil des Luftstroms blockiert wird. Die nächste Frage lautet: Hält das Smartphone auch? Gut schneiden im Test die Modelle ab, die Magnete nutzen. Ein problemloses Anbringen und Entfernen der Geräte ist möglich. Allerdings ist es nötig, den zweiten Magnetpol von der Größe einer Zwei-Euro-Münze ans Smartphone zu kleben. Dieser hinterlässt leider Kleberückstände, wenn er wieder entfernt wird. Auf diese Technik setzen etwa Pumpkin, Logitech und Mpow Magnet.

          Alternative Lösungen betten das Handy ein – sie umschließen es also von drei Seiten. Im Test ist diese Technik bei der Lüftungs-Variante von Avolare sowie dem Produkt für den CD-Schlitz von Mpow im Einsatz. Der Sitz ist sicher, jedoch drücken die Halterungen schon mal die seitlich angebrachten Knöpfe am Handy und schalten es sogar aus. Bei der Polsterung gilt: Mehr ist besser. Und je weiter die seitlichen Backen sich öffnen lassen, desto eher passen auch größere Smartphones.

          Im Sichttest schneiden die Windschutzscheiben-Halterungen schlechter ab, engen sie doch das Blickfeld ein. Die beiden getesteten Varianten unterscheiden sich vor allem in der Größe: Während die Halterung von Logitech minimalistisch ist, ist die Halterung von Wicked Chili sehr viel größer. Dafür umschließt sie das Handy von drei Seiten, die Logitech-Halterung hingegen hält durch einen Magnet am Handy. In der Schweiz ist die Befestigung an der Windschutzscheibe allerdings verboten. Weniger sicherheitskritische, dafür aber praktische Probleme bereiten die anderen Halterungen. So hängen die Halterungen für den CD-Schlitz- und die Lüftungslamellen teils genau vor den Knöpfen für die Musik- und die Klimaanlage.

          Magneten erweisen sich als verlässlich

          Fürs Telefonieren während der Fahrt gelten strenge Regeln. Einen Anruf an der Freisprechanlage mit einem Fingertippen anzunehmen, ist erlaubt, die Zieleingabe zur Navigation aber nicht. Das gilt auch beim Stopp an der Ampel (Ausnahme: Der Motor ist ausgestellt). Entscheidend ist die Dauer der Ablenkung – sie darf nicht länger sein als ein kurzer Blick auf den Tacho. An der Windschutzscheibe montiert, gelingt das leicht. Befindet sich das Handy in der Nähe des CD-Schlitzes, kann es länger dauern.

          Mittelmäßig schneidet in puncto Bedienungskomfort die Silikonmatte von Skybaba ab, die zwar gut sichtbar auf dem Armaturenbrett aufliegt. Aber das Display spiegelt stark. Aus einem anderen Grund schwierig sind die Lüftungshalterungen von Avolare, Hama und Mpow Magnet. Weil die Lamellen verstellbar sind, können sie das Handy nicht ausreichend stabilisieren – es kippt leicht nach unten und bewegt sich beim Tippen stets. Die übrigen Lösungen dagegen sorgen für sicheren bis befriedigenden Halt. Im Ruckeltest müssen sich die acht Kandidaten bei 35 Stundenkilometern über 500 Meter Kopfsteinpflaster beweisen. Auch hier schneiden die Lüftungshalterungen mäßig ab. Die Smartphones wackeln stark und drohen aus der Halterung zu fallen. Die Magneten erweisen sich hingegen als überwiegend verlässlich. Da verwundert es nicht, dass das Magnet-Modell von Pumpkin den Test am Ende deutlich für sich entscheidet.

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