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Hilfe im Haushalt : Taugen Roboter zum Fensterputzen?

  • -Aktualisiert am

Ein Fensterputzroboter der Marke Sichler im Einsatz. Bild: Stefan Finger

Fensterputzroboter sollen uns die Hausarbeit erleichtern. Die F.A.S. hat getestet, was sie können.

          Fenster zu putzen ist eine lästige Angelegenheit: Wie gut, dass es mittlerweile Fensterputzroboter gibt. Einmal aufs Glas gesetzt, sollen sie ganz von selbst ihre Bahnen ziehen und binnen Minuten für streifenfreien Glanz sorgen. Das zumindest ist die Erwartung ihrer Besitzer. Wir machen den Test: Werden die Roboter diesem Anspruch gerecht? Als Experte mit dabei ist Joachim Hasler, seit mehr als 25 Jahren selbständiger Fensterputzer in Köln.

          Während bei autonomen Staubsaugern zig Unternehmen um die Kundengunst buhlen, bearbeiten den deutschen Markt für Fensterputzroboter der auf Robotik spezialisierte Hersteller Ecovacs und der Versandhändler Pearl. Es treten im Test an: der Winbot W850 von Ecovacs für 280 Euro und der 300 Euro teure PR-041 V3 von Pearl, der unter der Eigenmarke Sichler vertrieben wird.

          Wie ein billiges Spielzeug aus Fernost

          Beide Geräte sind quadratisch. Glänzendes Plastik und ein Griff in Edelstahloptik lassen den Winbot schicker aussehen. Dafür ist er mit 1,8 Kilogramm deutlich schwerer. Der etwas kleinere Sichler wiegt nur 1,2 Kilogramm, erinnert im Design jedoch an billiges Spielzeug aus Fernost. Das Reinigungsprinzip ist bei beiden gleich: Ein Mikrofaserlappen an der Unterseite wird vom Roboter über die Scheiben gefahren. Noch ein paar Sprühstöße Reinigungsmittel von Hand – und es kann losgehen.

          Zuerst müssen der leichte Sichler und der schöne Winbot ihre gute Handhabbarkeit beweisen. Damit die elektrischen Fensterputzer nicht zu Boden fallen, saugen sie sich mit Hilfe eines Lüfters an der Scheibe fest. Der ist leider nicht nur unangenehm laut, sondern bedingt auch eine permanente Stromzufuhr per Kabel. „Unpraktisch“, findet Fensterputzer Joachim Hasler. Einen internen Akku besitzen die Geräte zwar, doch nur zur kurzfristigen Sicherung bei Stromausfall.

          Viel Vorbereitung für „autonome“ Geräte

          Vor jeder Fahrt ist Eigeninitiative des Besitzers gefragt. Ein Sicherungsseil soll nach Herstellervorschrift so befestigt werden, dass der Roboter bei einem Absturz weder Möbel noch Menschen trifft. Beim leichten Sichler soll man das Seil mit einem Karabinerhaken befestigen – doch wo? Eine geeignete Stelle muss man vor allem bei Außenfenstern erst einmal finden. Dem Winbot liegt ein Saugnapf bei, der sich an die Ecke der Scheibe heften lässt. Nachteil: Dort muss man später von Hand nachputzen. Stromkabel verlegen, Sicherungsleine montieren, Akku aufladen, Mikrofaserlappen anbringen: Das ist viel Vorbereitung für Geräte, die eigentlich alles selbst erledigen sollen.

          Ein einziger Knopfdruck am Winbot schickt ihn auf Reinigungsfahrt. Sehr praktisch. Beim Sichler braucht man zwingend eine Fernbedienung – und zumindest anfangs auch ein Studium der Anleitung: Sechs verschiedene Betriebsmodi stehen dem Anwender zur Auswahl. Zu viel für eine rechteckige Grundfläche. Bei der Handhabung fährt der Winbot deshalb knapp den Sieg ein, doch mit fadem Beigeschmack: Die dreckigen Mikrofaserlappen lassen sich nur per Hand auswaschen, eine mühsame Angelegenheit.

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