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F.A.Z. Woche : Da legst dich nieder

Viele der Start-ups vertrauen auf ein Einheitsmodell, auf dem angeblich jeder gut liegen soll. Bild: Imago

Die Matratze wird sexy. Etliche Start-ups inszenieren sie als Objekt der Begierde. Vor allem die Einheitsmatratze wird gerne beworben. Doch in puncto Qualität überzeugen die wenigsten.

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          Eine neue Matratze zu kaufen war bislang selten ein Vergnügen. Die Läden, oft in tristen Gewerbegebieten gelegen, gleichen Lagerhallen. Nackte Wände, Neonlicht: Das vielbeschworene Einkaufserlebnis sucht man hier vergebens. Stattdessen schreien grelle Plakate die Kunden an: Rabatte, Rabatte, Rabatte. Zwischen Kaltschaum und Naturlatex macht sich Überforderung breit. Und jetzt noch Probeliegen? Wenn's sein muss.

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Charmanter geht es online zu. Dort haben Unternehmen wie Emma und Eve, Bruno und Bett1 das Potential des Marktes entdeckt. Auf ihren Seiten schmücken die Matratzen schicke Altbauwohnungen. Warmes Morgenlicht durchströmt den Raum und dezent geschminkte Models räkeln sich aus dem Schlaf. "Entspannt im Traum" lautet das Versprechen, "Du lebst wie du schläfst" das Mantra. Vor allem aber locken die Unternehmen mit Einfachheit: Der Trend geht zur sogenannten One-Fits-All-Matratze - einer Matratze, die für alle Gewichtsklassen und Körperformen gut sein soll. Der mühsame Entscheidungsprozess erübrigt sich. Noch dazu liefern die Händler das sperrige Produkt kostenlos nach Hause. Dort haben die Kunden bis zu 100 Tage Zeit, um sie zu testen. Gefällt die Matratze nicht, wird sie wieder abgeholt.

          Dieser Artikel stammt aus der Frankfurter Allgemeine Woche

          Nicht auf jeder Matratze lässt es sich gut schlafen. Gerade deshalb will der Kauf gut überlegt sein.

          Auch nationale Unternehmen sind dabei

          Besonders präsent ist das amerikanische Unternehmen Casper. Das wurde 2014 in New York gegründet und war schon auf der Suche nach Investoren äußerst erfolgreich: In einem ersten Anlauf sammelte Casper innerhalb von sieben Monaten 15 Millionen Dollar ein, nach einer zweiten Runde belief sich die Summe auf 55 Millionen Dollar. Zum Kreis der Investoren zählt unter anderem Schauspieler Leonardo Di Caprio. Im ersten Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz von 100 Millionen Dollar, im zweiten Geschäftsjahr verdreifachte sich die Summe. Seit Juni 2016 bietet Casper seine Dienste auch in Deutschland an.

          Beim Frankfurter Start-up Emma erinnert vom Konzept bis zum Design vieles an den New Yorker Pionier. "Der Matratzenkauf hat früher einfach keinen Spaß gemacht", sagt der 23 Jahre alte Gründer und Geschäftsführer Max Laarmann. "Man ist von Händler zu Händler gerannt, hat sich auf ein Dutzend Matratzen gelegt und spätestens nach der dritten wusste man nicht mehr, wie sich die erste angefühlt hat." Laarmann führt an diesem Vormittag durch die Geschäftsräume im Frankfurter Bahnhofsviertel. Im Gemeinschaftsraum steht der obligatorische Kicker, und auf herumliegenden Matratzen können die Mitarbeiter entspannen. Als Werbepartnerin gewann das Unternehmen die Sängerin Lena Meyer-Landrut. Im vergangenen Jahr verkaufte Emma 40.000 Matratzen und machte damit einen Umsatz von rund 15 Millionen Euro.

          Viele Einheitsmatratzen bekommen schlechte Noten

          Doch wie gut sind die neuen Angebote? Die Tester der Stiftung Warentest sind da skeptisch. Die meisten Internetanbieter schnitten bei einem Test im vergangenen Jahr schlecht ab. Die Matratze von Bruno erhielt ein "befriedigend", Emma erreichte mit 4,1 nur die Note "ausreichend" und Eve sogar ein "mangelhaft". Emmas Einheits-Matratze zum Beispiel eigne sich nur für kleine und leichte Menschen, so das Urteil. Die Matratze von Eve dünste Schadstoffe aus und enthalte große Mengen Flammschutzmittel.

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