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Oberlandesgerichtsurteil : Serviceentgelt gehört zum Kreuzfahrtpreis

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Auch das Service-Entgelt gehört zum Reisepreis. Bild: dpa

Eine tägliche Servicepauschale, die jeder Gast zahlen muss, gehört zum Gesamtpreis einer Kreuzfahrt dazu. Das entschied jetzt das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein.

          Obligatorische Trinkgelder auf einer Kreuzfahrt müssen im beworbenen Reisepreis angegeben werden. Diese Entscheidung aus dem Dezember gab das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht nun bekannt (Az. 6 U 24/17).

          Das beklagte Unternehmen, das Schiffsreisen vermittelt, hatte mit einem Gesamtpreis für eine Kreuzfahrt geworben. In diesem fehlte jedoch ein Serviceentgelts von 10 Euro pro Tag, das nach den Vertragsbedingungen von jedem Kreuzfahrtgast bezahlt werden muss. Es wurde nur dann nicht berechnet, wenn der Gast eine Nacht nicht an Bord verbringt.

          Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sei unter dem Begriff "Gesamtpreis" der Preis zu verstehen, der einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Bestandteile vom Verbraucher zu zahlen sei, so das Gericht.

          Sonstige Preisbestandteile seien alle unvermeidbaren und vorhersehbaren Bestandteile des Preises. Das von der Beklagten erhobene Serviceentgelt stelle damit einen sonstigen Preisbestandteil dar, denn es handele sich nicht um eine freiwillige Leistung des Gastes. Vielmehr sei dessen Bordkonto zwingend mit dem Trinkgeld belastet worden. Aus diesem Grunde ist das Serviceentgelt im Gesamtpreis zu berücksichtigen und auszuweisen.

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