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Fünf Anbieter im Vergleich : Der passende Tarif für Streaming-Fans

  • -Aktualisiert am

Musik- und Video-Streaming frisst viel Datenvolumen. Die Telekom hat neue Tarife, die das verhindern.

          3 Min.

          Für viele Menschen gehört es mittlerweile zum Alltag, online mit Streaming-Diensten Musik zu hören und Videos zu schauen – auch über das Smartphone. Anbieter wie Spotify, Amazon und Netflix haben immer mehr Nutzer, auch in Deutschland. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom nutzen zum Beispiel 44 Prozent der deutschen Internetnutzer Musikdienste wie Spotify. Vor allem unter den Jüngeren ist das angesagt: 61 Prozent der unter 29-Jährigen sind Kunden eines Online-Musikdienstes. Hinzu kommen Portale wie Youtube und verschiedene Angebote auf Nachrichtenseiten und Mediatheken. Ärgerlich ist nur: Sobald man sich außerhalb des heimischen oder eines öffentlichen W-Lan bewegt, frisst vor allem das Video-Streaming sehr schnell sehr viel vom Guthaben für das mobile Datenvolumen auf.

          Dieses Ärgernis könnte sich allerdings bald schon verflüchtigen – zumindest für einen Teil der Streaming-Anhänger. Denn die Telekom hat sich nun an ein Angebot namens Stream-On gewagt, dass es bisher auf den Markt nicht gibt. Von nichts Geringerem als einer Revolution im deutschen Mobilfunkmarkt spricht die Telekom, die nun zum 19. April die neue kostenlos buchbare Zusatzoption für einige ihre Mobiltarife einführt. Kunden des M-Tarifs (ab 35,95 Euro) können so Musik streamen, ohne dass die anfallenden Daten ihr Volumen belasten, für Kunden des L-Tarifs (ab 44,96 Euro) kommt unbegrenztes Video-Streaming hinzu. Das Angebot hat allerdings einen Haken: Es gilt nicht für alle Dienste, sondern ist auf eine Reihe von Partnerdiensten beschränkt. Dazu gehören aber immerhin einige namhafte: Apple Music, Amazon, Napster, Netflix, Sky und Youtube. Auch diverse Medienportale, darunter das Internetangebot FAZ.NET aus dem Verlag dieser Zeitung, sowie die ZDF Mediathek gehören dazu. Der beliebte Dienst Spotify, mit dem die Telekom schon einmal zusammengearbeitet hat, fehlt allerdings bisher im Angebot. Die Telekom will das Partnernetz aber weiter ausbauen.

          Das klingt zunächst attraktiv, vor allem, weil es für die Kunden keine Zusatzkosten verursacht. Und die Telekom verspricht, dass sie nicht vorhat, „in den nächsten Monaten“ den Grundpreis ihrer Tarife zu erhöhen. Auch die anderen beiden großen Mobilfunkanbieter, Vodafone und Telefónica, könnten sich ähnliche Angebote überlegen – auch wenn beide offiziell noch nichts geplant haben. „Das Streaming-Angebot der Telekom dürfte nur ein erster Schritt sein, weitere Anbieter werden nachziehen“, sagt Christian Schiele, Telekomexperte beim Preisvergleichsportal Verivox. „Verbraucher erwarten zunehmend, unterwegs die gleichen Angebote nutzen zu können wie zu Hause, ohne Einschränkungen bei Geschwindigkeit oder Kosten.“ Passende Angebote für Wenignutzer würden jedoch – gerade bei den großen Anbietern – immer seltener.

          Individueller Datenverbrauch ist entscheidend für Anbieterwahl

          Insgesamt müssen die Kunden der Telekom knapp 45 Euro zahlen, damit sie Stream On voll nutzen können, das heißt mit Musik- und Video-Streaming. Hinzu kommen die manchmal noch anfallenden Nutzergebühren der kostenpflichtigen Streaming-Dienste. Telekom-Fachleute sind zudem skeptisch, ob die Telekom ihr Versprechen hält, die Grundpreise für die Mobil-Tarife nicht zu erhöhen. Zusätzlich ist zu beachten, dass das Angebot nur im Inland gilt und auch das Streaming über die Partnerdienste betroffen wäre, wenn das Datenvolumen durch die sonstige Internetnutzung aufgebraucht ist – als Grund nennt die Telekom die Regeln zur Netzneutralität. Mit der dann gedrosselten Geschwindigkeit von 64 Kilobit pro Sekunde lässt sich nur noch schwer bis unmöglich streamen.

          Deshalb lohnt es sich anzuschauen, ob sich das Angebot der Telekom für die eigenen Bedürfnisse lohnt. Dazu hat Verivox für die F.A.S. die Tarife von Telekom, Vodafone und Telefónica und von zwei Billiganbietern verglichen. PremiumSim hat vergleichbare Datenvolumen wie die drei großen Anbieter und Hellomobil ein Streaming-Angebot, nämlich die Napster-Music-Flat. In diesem Angebot ist die Gebühr für Napster enthalten. Der Datenverbrauch für die Nutzung von Napster wird nicht vom Guthaben abgezogen. Die Angebote sind mit 14,99 und 19,99 Euro deutlich günstiger als bei der Telekom, haben aber auch nur 1,5 und 3 Gigabyte Datenvolumen für die übrige Internetnutzung. Hier ist der Haken: Der Kunde muss, wenn er das Datenlimit erreicht, bis zu dreimal automatisch kostenpflichtig neues Volumen buchen.

          Um die Angebote der anderen Anbieter für die eigenen Gewohnheiten zu analysieren, muss sich der Kunde darüber klarwerden, wie hoch sein Datenverbrauch für das Streaming liegt. Das variiert je nach Dienst. Für eine Minute Audio-Streaming mit hoher Qualität werden zwischen 70 (Spotify) und 120 (Apple Music) Megabyte pro Stunde verbraucht. Beim Video-Streaming schwankt es ebenfalls. Als Beispiel sei hier Netflix genannt: Für eine Stunde mit niedriger Video-Qualität fallen 0,3 Gigabyte an, für mittlere Qualität ein Gigabyte und für HD-Qualität drei Gigabyte. Wichtig ist ebenfalls, auf die Netzabdeckung des Telekom-Anbieters zu achten. Dort schneidet in einem Test des Fachmagazins „Connect“ die Telekom am besten ab, vor Vodafone. Erst dann kommt Telefónica.

          Wer beim Streaming auf den Datenverbrauch achten muss, der sollte Musik und Filme herunterladen, wenn das Gerät im W-Lan ist. Und sie dann unterwegs ohne Datenverbrauch genießen.

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