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Urteil zu Fitnessstudios : Wer umzieht, muss weiter zahlen

  • Aktualisiert am

Immer schön pumpen Bild: dpa

Ein Soldat, der beruflich umziehen musste, wollte seinen Vertrag mit dem Fitnessstudio außerordentlich kündigen. Geht nicht, sagen jetzt die obersten Richter.

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          Ein berufsbedingter Umzug rechtfertigt nicht eine außerordentliche Kündigung des Fitnessstudios. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe. Den obersten deutschen Zivilrichtern lag der Fall eines 36-Jährigen aus Niedersachsen vor, der als Zeitsoldat umziehen musste und deshalb kurzerhand seinen langfristigen Vertrag in einem Fitnessstudio in Hannover gekündigt hatte (XII ZR 62/15). Zu Unrecht, urteilte der BGH.

          Ein „bloßer Wohnsitzwechsel“ rechtfertige das nicht - im Gegensatz zu ernster Krankheit und Schwangerschaft. Angesichts von knapp zehn Millionen Fitnessverträgen in Deutschland wollten der Marine-Soldat und sein Anwalt diese Frage grundsätzlich geklärt wissen.

          Im entschiedenen Fall hatte der in Hannover wohnende Zeitsoldat mit einem Fitnessstudio einen zweijährigen Vertrag abgeschlossen, der sich jeweils drei Monate vor Laufzeitende um ein Jahr verlängerte, falls nicht gekündigt wurde. Die monatlichen Kosten betrugen 65 Euro und zudem halbjährlich 69,90 für ein "Trainingspaket". Nachdem der Soldat von Hannover zuerst nach Köln und dann nach Kiel und Rostock abkommandiert wurde, kündigte er den Vertrag zehn Monate vor Laufzeitende. Doch seine Hoffnung auf ein vorzeitiges Vertragsende blieb vergeblich.

          Die Klage des Studios auf Zahlung der fälligen Gebühren war zunächst zwar am Amtsgericht erfolglos. Das Landgericht Hannover gab der Klage hingegen statt. Dagegen wendete sich nun der Beklagte mit der Revision vor dem BGH.

          Telefonanschlüsse beim Umzug

          Anders ist die Lage mit dem Telefonanschluss. Wer umzieht, muss den Vertrag zwar auch erst mal an der neuen Adresse weiterlaufen lassen. Wenn der Telefonanbieter dort allerdings keine Anschlüsse anbietet, dann kann der Kunde kündigen – so schreibt es das Telekommunikationsgesetz vor.

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