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Hilfreich oder unnötig : Was taugen Fenstersauger?

  • -Aktualisiert am

Fenstersauger wie der „Dry&Clean“ von Leifheit sollen Zeit und Mühe sparen. Bild: Stefan Finger

Wer seine Fenster nicht mühsam mit Tuch oder Zeitungspapier putzen will, der kann es mit einem Fenstersauger probieren. Doch nicht jeder Sauger erleichtert wirklich die Hausarbeit.

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          Die Schlieren springen sofort ins Auge. Beim Blick nach draußen offenbart die Sonne den kleinsten Streifen auf der Fensterscheibe. Und das, obwohl die Scheibe doch in mühseliger Handarbeit mit Tuch und Fensterwischer frisch geputzt wurde. Ein Ärgernis für jeden Haushaltsperfektionisten.

          Fenstersauger sollen Schluss machen mit den hässlichen Spuren auf der Scheibe. Sie reinigen bis zum letzten Wassertropfen, behaupten die Hersteller. Dabei sollen die Sauger auch noch Zeit und Mühe sparen: Ein bis zu dreimal höheres Tempo bei deutlich verringertem körperlichen Einsatz wird in Aussicht gestellt. Halten die Produkte, was ihre Hersteller versprechen? Im Test sind sechs Geräte – vom einfachen Plastiksauger ohne Zubehör bis hin zum edlen Alleskönner.

          Pionier und Marktführer, diese Rolle beansprucht Kärcher für sich. Mit seinen Hochdruckreinigern hat es das Familienunternehmen aus Winnenden schon ins französische Wörterbuch geschafft: „Karchériser“ heißt es bei den Nachbarn, wenn sie ein solches Reinigungsgerät anwerfen. Kann Kärcher mit dem Fenstersauger nachziehen?

          Knapp 85 Euro kostet der WV5 Premium Plus. 20 Millionen Mal hat Kärcher das Gerät nach eigenen Angaben schon weltweit verkauft. Es ähnelt einem Handstaubsauger, an der Unterseite befindet sich ein durchsichtiger Tank, der das Schmutzwasser aufnimmt. Die Verarbeitung der Putzmaschine überzeugt. Der Griff liegt dank Gummierung gut und sicher in der Hand, das Gebläse summt dezent. Mit einem Gewicht von knapp 700 Gramm bekommt der Nutzer auch bei längeren Einsätzen keine schweren Arme. An den Ecken der Absaugdüsen sind Abstandshalter angebracht, die dafür sorgen sollen, dass der Sauger den optimalen Abstand zur Fensterkante hat.

          Der Praxistest zeigt: Der WV5 Premium Plus schlürft das Wasser von der Scheibe, ohne Schlieren oder Schmierspuren zu hinterlassen. Nur ein kleiner Makel bleibt: Aus wenigen Zentimetern Entfernung betrachtet, sind an der Fensterkante vereinzelt dünne Wasserränder zu erkennen.

          Viel Plastik, kein Zubehör

          Mit einem anderen Technikhintergrund tritt Vileda an. Das Weinheimer Unternehmen wurde bekannt durch synthetische Putztücher, die so gut säubern sollen „wie Leder“ – daher auch der Markenname. Heute wirbt die Führungsetage nicht nur mit einer günstigen Alternative zum Ledertuch, sondern will auch Fensterputzer mit hoher Affinität zu Technik überzeugen. Mit dem Windomatic hat auch Vileda einen Fenstersauger ins Rennen geschickt.

          Auf Zubehör verzichtet Vileda, nur der Fenstersauger liegt in der Verpackung. Abzüge gibt es wegen des hohen Anteils an Kunststoff. Trotz passabler Verarbeitung ist der Windomatic weniger griffig als die Konkurrenz von Kärcher. Punkten will Vileda mit einem biegbaren Aufsatz. Doch die Designidee bringt Nachteile mit sich. Denn um das Wasser aufzunehmen, gibt es meist nur eine Möglichkeit: Die schwenkbare Düse des Windomatic muss möglichst fest gegen die Scheibe gedrückt werden. Das macht den Absaugvorgang zäh.

          Bild: F.A.Z.

          Beim Preis wird Vileda im Test von Comag unterboten. Der Spezialist für Unterhaltungselektronik wagt mit seinem Fenstersauger den Quereinstieg in das Geschäft mit Putzgeräten und verzichtet dabei auf einen Produktnamen. Der Sauger trägt nur den Schriftzug des Herstellers. Mit einem Preis von fast 35 Euro schickt sich der Fenstersauger an, das Feld von hinten aufzurollen. Der Billigsauger liegt solide in der Hand. Gespart wurde am Gebläse, dessen Lautstärke an einen Rasenmäher erinnert. Beim Reinigen kann der Fenstersauger punkten. Die Scheibe ist nach dem ersten Putzen größtenteils sauber. Nur in Ausnahmefällen bleiben Schlieren oder Wassertropfen zurück – um sie zu erkennen, muss man aber genau hinsehen.

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