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Fahrkartenpreise : Wie teuer ist die Bahn wirklich?

Im Durchschnitt zahlen Bahnkunden 42,30 Euro pro Ticket. Bild: Imago

Die Bahn ist zu billig, sagt die Politik. Die Bahn ist zu teuer, sagen die Kunden. Wer hat recht? Ein Blick auf die Zahlen gibt Antwort auf diese Frage.

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          Über die Bahn zu klagen ist mittlerweile Volkssport. Das geht dann ungefähr so: „War das heute wieder nervig. Erst kam der ICE 20 Minuten zu spät, dann ist mir auch noch der Anschlusszug vor der Nase weggefahren.“ Garniert wird das gerne noch mit dem Nachsatz: „Und das alles bei den hohen Preisen.“

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Teuer und unpünktlich – das hat sich seit langem bei den Kunden eingebrannt. Die Unpünktlichkeit wird niemand bestreiten, die räumt die Bahn sogar selbst ein. Schließlich kommt derzeit jeder vierte Zug im Fernverkehr zu spät. Aber ist die Bahn auch zu teuer? Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung Enak Ferlemann scheint das Gegenteil zu denken. Er fordert höhere Preise, vor allem die günstigen Sparpreise sind ihm ein Dorn im Auge. „Die Bahn könnte ihre Preise anheben oder die Sondertarife reduzieren. Für 19 Euro quer durch Deutschland, das kann nicht der Normalfall sein“, sagte er vor einer Woche der F.A.S. und löste damit eine lebhafte Debatte über die Fahrpreise aus. Er sagte das vor dem Hintergrund der weiter offenen Frage, wie die Bahn die Investitionen in das Schienennetz, neue Züge und mehr Personal finanzieren soll. Dazu trafen sich Ferlemann und Bundesverkehrsminister Scheuer am Mittwoch nun schon zum dritten Mal innerhalb weniger Tage mit dem Bahn-Vorstand.

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