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Energiepreise steigen : Die Opec und Russland wehren sich gegen Trump

Die Spritpreise steigen wieder. Bild: dpa

Ein Schlagabtausch zwischen Amerikas Präsident Donald Trump und der Organisation erdölexportierender Länder sorgt für kräftige Schwankungen am Ölmarkt. Die Preise für Rohöl, Heizöl und Benzin steigen wieder.

          Für Verbraucher in Deutschland wird es an den Tankstellen erst einmal wieder teurer. Die Benzinpreise haben die dritte Woche in Folge zugelegt, wie der Autoklub ADAC am Mittwoch in seiner wöchentlichen Auswertung der Preise von 14 000 Tankstellen berichtet.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein Liter Super E10 kostete zuletzt im Durchschnitt 1,342 Euro. Das waren 0,5 Cent mehr als in der Vorwoche. Für Diesel mussten Autofahrer im Mittel 1,268 Euro je Liter zahlen, ein Anstieg um 0,3 Cent. Der Dieselpreis hat damit ungefähr wieder den Stand von Mitte Dezember erreicht – im Vergleich zu den extrem hohen Spritpreisen aus dem Herbst ist der Kraftstoff aber nach wie vor fast 20 Cent je Liter günstiger.

          Der ADAC weist darauf hin, dass im Gegensatz dazu Rohöl im Wochenvergleich sogar rund einen Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) billiger geworden sei. Allerdings macht sich dabei mittlerweile schon wieder eine gegenläufige Tendenz bemerkbar. Am Mittwoch kostete die Ölsorte Brent nachmittags rund 66 Dollar je Barrel, das waren 1,4 Prozent mehr als am Vortag. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate, kurz WTI, verteuerte sich um rund 2 Prozent auf 56,48 Dollar.

          Am Montag hatte Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter die Aussage verbreitet, die Opec solle sich in ihrer Preispolitik mäßigen. „Die Ölpreise steigen zu hoch“, twitterte Trump. „Opec, bitte entspanne dich und immer mit der Ruhe. Die Welt kann eine Preiserhöhung nicht verkraften.“ Damit kritisierte Trump abermals öffentlich die Produktionskürzungen der Organisation, die deren Mitglieder und verbündete Länder wie Russland im Dezember vereinbart hatten, um den Rückgang der Ölpreise und steigende Lagerbestände zu verhindern. Trumps Tweet schickte die Ölpreise am Montag zeitweise um mehr als 3 Prozent auf Talfahrt.

          Ölkartell meint es ernst mit der Kürzung

          Doch die Opec und Russland schlugen zurück. „Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten“, kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank. Die Ölländer signalisierten, wie ernst es ihnen mit der Kürzung der Fördermengen sei – das scheint wiederum treibende Wirkung auf den Ölpreis gehabt und die Reaktionen auf Trumps Tweet zumindest etwas konterkariert zu haben. So berichtete Russlands Energieminister Alexander Novak, sein Land habe die Erdölförderung gegenüber dem Dezember schon um rund 140.000 bis 150.000 Barrel je Tag gekürzt. Der Energieminister von Saudi-Arabien, Khalid al-Falih führte aus, es sei wichtig, die moderatere Ölproduktion der Förderländer auch in der zweiten Jahreshälfte 2019 fortzusetzen. Saudi-Arabien ist mit einer Ölförderung von 10,24 Millionen Barrel am Tag der wichtigste Ölförderer der Opec – und nach den Vereinigten Staaten (16,39 Millionen Barrel) und Russland (11,71 Millionen Barrel) derzeit der drittgrößte Ölförderstaat der Welt.

          Diese Antwort werde Trump nicht gefallen, sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM: „Die Geschichte ist daher noch nicht zu Ende.“ Das Öl-Exportkartell beuge sich offenkundig nicht dem Druck des amerikanischen Präsidenten, meinte auch Analyst Benjamin Lu vom Brokerhaus Phillip Futures.

          Zuletzt wirkten allerdings auch Daten aus den Vereinigten Staaten preistreibend auf den Ölpreis: Nach Angaben des American Petroleum Institute vom Dienstagabend sind sowohl Amerikas Rohölvorräte als auch die Benzinbestände in der vergangenen Woche deutlich gefallen.

          Das alles hat auch den Preis von Heizöl bewegt. „Die Reaktion des saudischen Energieministers bremste die Abwärtsbewegung, die Trumps Tweet am Montag ausgelöst hatte“, schreiben die Marktbeobachter des Internetportals Heizoel24, an das 500 Ölhändler ihre Preise melden, in ihrem täglichen Marktbericht. „Nach dem Trumpschen Tweet zog die Nachfrage nach Heizöl kurz an – machte dieser eine Heizölbestellung von 3000 Litern im Schnitt doch gleich um 30 Euro günstiger.“ Am Mittwoch kosteten dann 100 Liter Heizöl bei der Bestellung von 3000 Litern in Deutschland im Durchschnitt 66,74 Euro, etwa 1 Prozent mehr als am Vortag und rund 10 Prozent mehr als noch zum Jahreswechsel.

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