https://www.faz.net/-hbv-8prxo

Geldboten-Streik : Einzelne Geldautomaten könnten am Wochenende leer sein

  • Aktualisiert am

Mancher Geldautomat könnte am Wochenende leer sein. Bild: dpa

In neun Bundesländern streiken die Geldboten. Da manche Geldautomaten vor allem in Städten täglich bestückt werden, könnten Kunden an einzelnen Automaten kein Geld mehr bekommen.

          Geldboten in neun Bundesländern sind am Freitag in einen ganztägigen Warnstreik getreten. Sie protestieren damit gegen das bisherige Lohnangebot der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen, die am Montag fortgesetzt werden. Wie viele Mitarbeiter sich an dem Warnstreik beteiligten, konnte die Gewerkschaft Verdi noch nicht sagen.

          Nach Angaben eines Sprechers arbeiten 6000 der insgesamt 11.000 Beschäftigten der Branche in den Ländern, in denen zum Warnstreik aufgerufen wurde. Dies sind Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern.

          Verdi fordert unter anderem eine Lohnerhöhungen von 1,50 Euro in der Stunde. Das entspricht nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) rund 12 Prozent. Neben der Lohnerhöhung von 1,50 Euro pro Stunde verlangt Verdi eine Angleichung der regionalen Tariflöhne. So erhalte ein Berliner Geldtransporteur mit 11,24 Euro derzeit 4,49 Euro weniger als ein Kollege in Nordrhein-Westfalen. Vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch in Schleswig-Holstein, im Saarland und in Rehinland-Pfalz lägen die Stundenlöhne nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn.

          Die in BDGW organisierten Arbeitgeber kritisierten die Forderungen als zu hoch. Trotz schwieriger Branchenlage habe man im Dezember Lohnerhöhungen zwischen 2 und 3 Prozent angeboten, sagte BDGW-Verhandlungsführer Andreas Paulick. Die Bedeutung des Bargelds als Zahlungsmittel nehme stetig ab. „Wir bewegen uns in einem schrumpfenden Markt." Der Streikaufruf vor der neuen Verhandlungsrunde am Montag zeige "leider sehr deutlich, dass Verdi Streiks als erstes und nicht als letztes Mittel sieht", kritisierte er.

          Die Boten beliefern Geldautomaten, Bankfilialen und Einzelhändler mit Bargeld. Es sei deshalb möglich, dass einzelne Geldautomaten am Wochenende leer seien, hieß es sowohl bei Verdi als auch beim BDGW. Vor allem im Bezirk Berlin/Brandenburg rechnet Verdi mit einer hohen Beteiligung. Deshalb sei laut Verdi besonders dort bei der Belieferung von Geldautomaten fürs Wochenende mit Einschränkungen zu rechnen. Eine Sprecherin des Verbandes BDGW, die die Verhandlungen führt, sagte aber auch, es gebe noch „keine massiven Auswirkungen auf die Bargeldversorgung“. Zur Warnstreik-Beteiligung konnte sie keine Angaben machen. Grundsätzlich gelte: „Ein Tag ist auszuhalten.“ Die Sprecher der Geldtransport-Anbieter Ziemann und Prosegur machten ebenfalls keine Angaben zu den Auswirkungen. Bei den Unternehmen wurden die Werkstore kurzzeitig blockiert worden, um Fahrzeuge an der Abfahrt zu hindern.

          Weitere Themen

          IWF findet Dollarkurs viel zu hoch

          Währungsstreit : IWF findet Dollarkurs viel zu hoch

          Aus Sicht des Weltwährungsfonds ist die amerikanische Währung zu teuer. Trotzdem exportiere Deutschland immer noch viel zu billig. Diese Kritik führt auch Präsident Trump immer wieder ins Feld.

          Topmeldungen

          Konkurrenz lauert : Herbe Enttäuschung von Netflix

          Der Videodienst gewinnt weniger Kunden als erwartet. Auf seinem Heimatmarkt schrumpfen die Abonnentenzahlen sogar. Die Aktie verliert deutlich an Wert, denn die Sorgen werden auch in Zukunft nicht weniger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.