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Idee der Monopolkommission : Apotheker sollen Kunden Rabatte geben dürfen

  • -Aktualisiert am

Rabatte für Medikamente? Achim Wambach der Vorsitzende der Monopolkommission spricht sich dafür aus den Apothekern zu erlauben, auf die festgelegten Preise „Rabatte bis zur Höhe der Zuzahlung gesetzlich Versicherter zu geben“. Bild: dpa

Die Monopolkommission lehnt das Verbot des Versandhandels ab und macht Vorschläge für mehr Wettbewerb auf dem Arzneimittelmarkt. Auch Rabatte für Medikamente sollen von Apotheken gegeben werden können.

          Vor neuen Gesprächen über ein Versandhandelsverbot für Arzneimittel und eine Neuordnung der Apothekenhonorare spricht die Monopolkommission sich für den Versandhandel und für mehr Wettbewerb aus. Ihr Vorsitzender Achim Wambach plädiert zudem für eine Abkehr von der bundesweiten Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Es wäre besser, den Apothekern zu erlauben, auf die festgelegten Preise „Rabatte bis zur Höhe der Zuzahlung gesetzlich Versicherter zu geben“, sagte der Ökonom der F.A.Z.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Es ist das Gegenteil dessen, was die Apotheker wollen. Mit dem Verbot des – vor zwei Jahren vom EU-Gerichtshof erlaubten – Versandhandels wollen sie gerade die Rabatte verhindern, die von ausländischen Versandapotheken gewährt werden. Die Apothekenorganisation Abda verlangt von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bestätigung der „universellen Gültigkeit der Arzneimittelpreisverordnung“. Um darüber mit Spahn diskutieren zu können, hatte die Abda ihre Mitgliederversammlung um eine Woche auf diesen Dienstag verschoben.

          Die Erwartungen an Spahn sind hoch, gerade weil die Apotheker wissen, dass der kein Freund eines Versandhandelsverbotes ist – das im Koalitionsvertrag steht. Auf dem Apothekertag im Oktober in München hatte er zwar keine Lösung präsentiert, aber, die Bedeutung eines einheitlichen Abgabepreises anerkennend, andere Lösungsansätze skizziert: Reform der Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistenten, bessere Vergütung von Nacht- und Feiertagsdiensten, Bezahlung von Beratungsleistungen oder Botendiensten bis hin zu neuen Service- und Dienstleistungen. Er hatte den Apothekern auch zugerufen, man könne mit ihm „ziemlich viel bewegen, wenn man will“.

          Die Apotheker argumentieren damit, dass der Versandhandel die gewachsene Struktur der deutschen Apotheken mit noch knapp 20.000 Apotheken und Filialen und auf Dauer die Versorgung gerade auch auf dem Land gefährde. Wambach, der Vorsitzende der Monopolkommission, lässt das Argument nicht gelten: „Bundesweit feste Preise sind kein geeignetes Instrument, um regional Probleme zu beheben“, sagt er. Wenn auf regionaler Ebene Versorgungsprobleme drohten, dann müssten sie auch mit regional wirkenden Instrumenten gelöst werden. Er bringt dafür eine Förderung von Apotheken ins Spiel. Die müsste ausgeschrieben werden, den Zuschlag bekäme der Bewerber, der die geringste Subvention verlange.

          Zugleich solle der Wettbewerb unter den Apothekern gefördert werden, indem sie Kunden Rabatte gewähren dürften. Deren Höhe wäre begrenzt auf die Höhe der von den Patienten zu leistenden Zuzahlung von maximal 10 Euro oder 10 Prozent des Packungspreises. Die Höhe der Apothekenvergütung würde sich zunächst am heutigen Erstattungsniveau der Kassen orientieren, später könnte das dann mit den Kassen ausgehandelt werden, rät die Monopolkommission. Ähnliche Erwägungen spielen auch in einem vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Honorargutachten eine Rolle, über das der Wirtschaftsausschuss des Bundestages am Mittwoch beraten wird.

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