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Energiepreise : Der Strompreis erreicht Rekordstand

Blöcke beim Strompreis, die man reduzieren könnte, wären beispielsweise die Stromsteuer, die EEG-Umlage oder auch die Mehrwertsteuer. Das Internetportal Verivox rechnet vor, die Stromsteuer mache mit 2,05 Cent je Kilowattstunde rund 7 Prozent des durchschnittlichen Strompreises für Verbraucher aus. Für eine dreiköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr summierten sich die Kosten für die Stromsteuer auf 82 Euro netto (98 Euro brutto) im Jahr. Dem Bundeshaushalt bringt diese Steuer im Jahr etwa 7 Milliarden Euro ein.

Mehrwertsteuer könnte auf 7 Prozent gesenkt werden 

Auf nationaler Ebene könne die Stromsteuer allerdings aufgrund von Regeln der Europäischen Union (EU) nicht so ohne weiteres gänzlich abgeschafft werden. Die EU sieht einen Mindestsatz von 0,1 Cent je Kilowattstunde für die Stromsteuer vor. Eine entsprechende Absenkung in Deutschland bis auf diesen europäischen Mindestwert würde eine durchschnittliche Familie immerhin noch um 78 Euro netto (93 Euro brutto) im Jahr entlasten. Die Grünen schlagen diesen Weg vor, neben einem „Energiegeld“ von 100 Euro im Jahr je Bürger.

Ein großer Posten auf der Stromrechnung ist die Mehrwertsteuer. Auf den Nettostrompreis wird sie in voller Höhe von 19 Prozent fällig. Die Mehrwertsteuer wird also auch nochmal auf Stromsteuer, EEG-Umlage & Co. aufgeschlagen. „Für die Staatskasse bedeutet das: Je höher die Abgaben auf Strom, desto größer sind die Mehrwertsteuereinnahmen“, schreibt Verivox. Die Mehrwertsteuer auf Strom belastet eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden derzeit mit rund 190 Euro im Jahr – das entspricht ungefähr 16 Prozent der Stromrechnung.

Würde Strom, wie beispielsweise Nahrungsmittel, unter den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent fallen, könnten die Verbraucher um 120 Euro entlastet werden. Gegen die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes sprechen vor allem steuersystematische Gründe, ein Herumschrauben am Mehrwertsteuersatz für einzelne Produkte könnte immer neue Forderungen nach sich ziehen. Gleichwohl gibt es durchaus auch Befürworter dieser Lösung.

EEG-Umlage wäre der größte Posten

Diskutiert wird auch über eine Absenkung oder sogar Streichung der EEG-Umlage in der bisherigen Form. Mit dieser Umlage wird die Erzeugung erneuerbarer Energien in Deutschland gefördert, ihr Gesamtaufkommen beträgt mehr als 30 Milliarden Euro. Für die Absenkung und Umfinanzierung im Gegenzug zu einer CO2-Steuer hat sich beispielsweise Maria Krautzberger, die Präsidentin des Umweltbundesamtes ausgesprochen. Die Höhe dieser Ökostromumlage wird jedes Jahr neu festgelegt. In diesem Jahr beträgt sie 6,405 Cent je Kilowattstunde. Das sind also immerhin gut 20 Prozent des Strompreises für Verbraucher.

Wenn die EEG-Umlage ganz abgeschafft würde, könnte ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden immerhin etwa 305 Euro im Jahr sparen – wenn die Umlage lediglich abgesenkt würde, was vermutlich wahrscheinlicher wäre, würde der Betrag entsprechend kleiner ausfallen.

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