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Kampf gegen Betrüger : So sicher können sich deutsche Kartenzahler fühlen

Deutsche können sich beim Bezahlen mit Karte relativ sicher fühlen. Bild: obs

In Europa kommt es zu immer mehr Betrugsfällen mit Giro- und Kreditkarten. In Deutschland sind Verbraucher recht gut geschützt – in einem Land läuft es jedoch noch besser.

          Die Konsumenten in Europa entscheiden sich immer häufiger dafür, mit Karte zu zahlen. Doch das führt auch zu unschönen Nebenentwicklungen: Denn eben weil das so ist, gibt es immer mehr Betrugsfälle. So ist im vergangenen Jahr das gesamte Betrugsvolumen um 30 Millionen Euro angestiegen auf rund 1,6 Milliarden Euro. Das geht aus Daten von 19 Ländern von Euromonitor International hervor, welche vom Analyseunternehmen Fico ausgewertet wurden.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hierbei geht es um die sogenannten CNP-Fälle. CNP steht für „Card not present“, also dass die Karte nicht physisch irgendwo vorgelegt werden muss. Das kann bei Bestellungen über das Internet der Fall sein, aber ebenso bei Bestellungen über Post oder Telefon. Solche Transaktionen sind für einen Großteil des Kartenbetrugs verantwortlich, weil der Händler eben nicht überprüfen kann, ob der Karteninhaber den Kauf tatsächlich autorisiert hat.

          Die gute Nachricht vorneweg: Deutsche Verbraucher, die gern mit Karte zahlen, können sich relativ sicher fühlen. Es gab im Vorjahr zwei Prozent weniger Betrugsfälle, Deutschland befindet sich im Mittelfeld auf einem Niveau mit zum Beispiel Dänemark oder Italien. Ganz konkret liegt der Betrugslevel auf niedrigeren 1,49 Basispunkten. Das heißt: Von 100 Euro Kartenzahlungen sind 0,0149 Euro in betrügerischer Absicht veranlasst.

          Niederlande kämpfen besonders erfolgreich

          Doch so sicher wie in Deutschland ist es nicht überall für Verbraucher: Am häufigsten wird mit der Kartenzahlung in Großbritannien und Frankreich betrogen. Hier liegt der Level auf 5,85 Basispunkten beziehungsweise 5,51 Basispunkten. Das ist insofern beachtlich, da beide Länder auch die größten Erfolge im Kampf gegen Kreditkartenbetrüger verzeichnen: In den Ländern fiel die Zahl der Betrugsfälle um acht beziehungsweise sechs Prozent. Trotzdem finden allein in Großbritannien rund 47 Prozent aller Transaktionen mit gefälschten Kreditkarten statt. Der Rückgang ist vor allem mit einer stärkeren Verbreitung von analytischen Modellen zu erklären, die möglichen Betrug schneller aufdecken.

          Besonders erfolgreich im Kampf gegen Kreditkartenbetrüger zeigten sich die Niederlande. Es gab 35 Prozent weniger erfolgreiche Betrugsfälle. Zum einen klären die Finanzinstitute ihre Kunden besser über mögliche Risiken auf. Doch viel wichtiger war die Einführung von „iDin“. Mit „iDin“ können sich die niederländischen Nutzer gegenüber anderen Unternehmen ausweisen. Dazu brauchen sie nicht mehr verschiedenste Passwörter oder andere Authentifizierungsmethoden, vieles läuft über iDin ab. Dieser Service funktioniert gegenüber Versicherungen, Online-Händlern, aber auch staatlichen Institutionen und vielen anderen.

          Doch die oftmals international agierenden Betrügerbanden wechseln dann einfach oft das Land. So ist es zu erklären, dass in Österreich die Zahl entsprechender Betrugsfälle um 20 Prozent stieg oder in Ungarn um 14 Prozent. Ungefährlicher wird es für Verbraucher daher nicht. Die Fachleute von Fico warnen daher ausdrücklich davor, dass die Kreditkartenbetrüger ebenso irgendwann in Deutschland oder anderswo wieder aktiver werden könnten, wenn die Sicherheitsmaßnahmen nicht stets aktuell sind.

          Auch warnt Fico vor den sogenannten Instant Payments – auf gut deutsch Echtzeitzahlungen. Damit können innerhalb von Sekunden bis zu 15.000 Euro den Besitzer wechseln. Doch es gibt auch einen Nachteil: Denn jede Transaktion ist final und unwiderruflich. Es gibt keinen doppelten Boden. Auch bei Missbrauch, zum Beispiel im Falle eines Hackerangriffes, wäre das Geld dann weg, ebenso bei Kartenbetrug. Daher müssten neue Sicherheitssysteme angeschafft werden, fordert Fico, die solche Fälle mit Hilfe ausgeklügelter Algorithmen und Künstlicher Intelligenz verhindern.

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