https://www.faz.net/-hbv-7wxp3

Cyber Monday : Rabatte wie noch nie

Am „Cyber Monday“ locken die Online-Händler mit hohen Rabatten. Bild: AFP

Heute ist „Cyber Monday“: Online-Kunden dürfen sich freuen, denn bis Mitternacht kann jeder im Internet besonders billig einkaufen. Vergleichen lohnt sich dennoch.

          Im Internet ist die große Rabattschlacht ausgebrochen: „Cyber Monday Woche, mehr als 5500 Angebote“, prangt es auf der Startseite von Amazon. „Hot Cyber Week, täglich elf Deals“, kontert der Elektronikhändler Redcoon. Selbst das Hotelvermittlungsportal HRS mischt mit: „Highlight Deals am Black Friday“ werden dem Netzsurfer da angedreht. Auch Modemarken wie Adidas, Puma und Nike, der Händler Zalando genauso wie Galeria Kaufhof machen bei den Online-Angeboten mit. Alle versprechen Rabatte von bis zu 80 Prozent. Wer da nicht zuschlägt, ist selbst schuld, lautet die versteckte Botschaft.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch lohnt sich das wirklich, oder ist das nur ein schlauer Marketing-Trick? Jedes Jahr Ende November stellt sich diese Frage neu. Dann überbieten sich die Händler mit hohen Rabatten. Die Idee kommt aus Amerika. Dort bittet der Handel die Konsumenten zum Black Friday - dem großen Einkaufstag am Freitag nach dem traditionellen Thanksgiving-Fest. Er ist der Auftakt zum Weihnachtsgeschäft und der umsatzstärkste des Jahres. An diesem Tag haben die Händler die Chance, in die schwarzen Zahlen zu kommen, lautet eine Erklärung für den Namen. Mit den schwarzen Crash-Freitagen an den Börsen hat der Tag also nichts zu tun, allenfalls, dass zu beiden Ereignissen kräftig die Preise fielen wie jetzt wieder am Freitag. Der Black Friday ist eine Idee des stationären Handels. Der Internet-Handel hat seinen eigenen Tag geschaffen: den Cyber-Montag, der Montag nach dem Black Friday, also morgen. Und abermals locken dann hohe Rabatte.

          Seit einigen Jahren übernehmen auch deutsche Online-Händler diese Tradition und dehnen die Sparpreise teilweise auf die ganze Woche aus. Am vergangenen Montag ging es los, bis morgen oder übermorgen, Dienstag, geht es weiter. Einige Verbraucherschützer warnen vor diesen Angeboten. Die hohen Rabatte würden oft auf die „Unverbindliche Preisempfehlung (UVP)“ gewährt, die in der Regel weit oberhalb der handelsüblichen Preise liegen. So können stark rabattierte Produkte immer noch teurer sein als im Marktdurchschnitt. Wie gut die Angebote wirklich sind, hat nun das Verbraucherportal Vergleich.org untersucht.

          Es prüfte an drei Tagen die fünf Online-Händler Amazon, Conrad, Redcoon, HP und notebooksbilliger.de anhand von jeweils bis zu 40 Produkten. Es verglich dabei die angepriesenen, stark im Preis gesenkten Artikel mit dem günstigsten Anbieter inklusive Versandkosten.

          Resultat: Preisvorteile von 80 Prozent gegenüber der Konkurrenz gab es so gut wie nie. Teilweise waren die Produkte sogar trotz Rabatten bis zu 16 Prozent teurer als bei anderen Internet-Händlern. Amazon, das sich gerne mit hohen Rabatten brüstet, schneidet dabei nur durchschnittlich ab. Der Online-Händler ist aber deutlich führend in der Zahl der ermäßigten Produkte. Am ehrlichsten ist Conrad. Der Elektronikhändler bietet im Schnitt die höchsten Rabatte von rund 20 Prozent auf etwa 200 Produkte. Auch Redcoon reduziert im Schnitt fast genauso stark - auch wenn manch tolles Schnäppchen sich dann doch nur als moderat reduziert herausstellt. Für alle getesteten Händler zeigte sich, dass hohe Rabatte manchmal nur auf die unbekannten Produkte gewährt wurden. Insgesamt ergibt der Vergleichstest aber, dass sich die Cyber Monday Woche lohnt: Die Preise liegen niedriger als bei der Konkurrenz, auch wenn die Rabatte nicht so hoch ausfallen wie versprochen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wölfe treibt vor allem eines an: Hunger. Und hier beginnt der Ärger. Denn was dürfen Wölfe fressen?

          Artgerechtigkeit : Was dürfen Wölfe fressen?

          Schafe und Wölfe sollen jetzt gleichermaßen durch Zäune geschützt werden. Doch das wird den Streit über die fleischfressenden Einwanderer wohl auch nicht beenden. Über die Lebenserwartung von Wölfen kann ein Kuchen entscheiden.

          Zum Tod von Philippe Zdar : Die Asche französischer Flaggen

          Er hat die französische Popmusik revolutioniert und Phoenix, die Beastie Boys und Franz Ferdinand produziert. Jetzt ist er bei einem Fenstersturz ums Leben gekommen. Zum Tod von Philippe Cerboneschi, den sie „Zdar“ nannten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.