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Krisen-Symptome : Benzinverbrauch in Deutschland sinkt um 13 Prozent

Autoverkehr bei Nacht: In der Krise war es ruhig auf den Straßen - jetzt gibt es wieder Staus, wenn der Verkehr zunimmt und die Baustellen bleiben. Bild: dpa

Die Deutschen haben seit Beginn der Corona-Krise deutlich weniger Sprit verbraucht als sonst. Homeoffice und Kurzarbeit reduzierten den Pendlerverkehr erheblich.

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          Um rund 13 Prozent hat der Benzinverbrauch in Deutschland im ersten Halbjahr unter dem Vorjahreswert gelegen. Damit relativierte sich der starke Rückgang durch den Shutdown der Wirtschaft im April von rund 35 Prozent offenbar wieder etwas, wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) berichtet, der die deutsche Ölbranche vertritt. Dabei hätten auch die Kraftstoffpreise deutlich unter denen des Vorjahres gelegen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Beim Absatz von Mineralölprodukten zeigen sich gegenläufige Effekte, die sich teilweise ausgleichen“, sagte Verbandshauptgeschäftsführer Christian Küchen. In den Sommermonaten habe sich bemerkbar gemacht, dass die Deutschen wegen der Corona-Pandemie weniger Fernreisen unternehmen und ihren Urlaub öfter in Deutschland verbringen. Dabei werde, auch wiederum wegen der Pandemie, das Auto stärker eingesetzt als die Bahn.

          Zum Teil gegenläufige Effekte

          Auf der anderen Seite hätten im Berufsleben das Homeoffice und die Kurzarbeit zugenommen, dadurch entfalle viel Pendlerverkehr zur Arbeit und damit auch der entsprechende Benzinverbrauch. Auch die Tatsache, dass viele Großveranstaltungen und Messen ausgefallen seien, habe den Autoverkehr verringert. Die Dienstreisen insgesamt seien weniger geworden, allerdings habe sich der Anteil der Autofahrten an den Dienstreisen erhöht. „Im Ergebnis ist der Absatz von Kraftstoffen im ersten Halbjahr um mehr als ein Zehntel gesunken“, resümierte Küchen.

          Nach wie vor drastisch niedrig sei allerdings der Absatz von Flugbenzin. Er sank in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 44,6 Prozent. Der Absatz aller Mineralölprodukte sank in dieser Zeit um 6,9 Prozent, der von Diesel um 9,5 Prozent und für Super E5 und E10 um 13,3 Prozent. Der Absatz von Heizöl hingegen stieg um 25,8 Prozent. Zum Teil hatten die Raffinerien bewusst mehr Heizöl produziert, um Kapazitäten auszulasten, die wegen des geringeren Kraftstoffabsatzes brachlagen.

          Kein Bedarf an Flugbenzin

          Betrachtet man die Entwicklung der einzelnen Corona-Monate, hatte es vor allem im April einen Einbruch des Benzinabsatzes gegeben, seither normalisiert sich die Entwicklung langsam wieder. Im Juni war in Deutschland sogar mehr Dieselkraftstoff produziert worden als im Vorjahreszeitraum, was auf gewisse Nachholeffekte hindeutet. Der Preis für Dieselkraftstoff allerdings liegt laut dem Mineralölwirtschaftsverband mit rund 1,08 Euro je Liter weiterhin „markant“ unter dem Vorjahreswert von rund 1,23 Euro Ende August 2019.

          In der vergangenen Woche entwickelten sich die Kraftstoffpreise uneinheitlich, wie der Autoklub ADAC in einer Auswertung der Preise von mehr als 14000 Tankstellen berichtet. Während der Preis für den Liter Super E10 um 0,3 Cent auf 1,248 Euro stieg, sank er für den Liter Diesel um 0,6 Cent auf 1,076 Euro.

          Rohöl wieder etwas teurer

          Unterdessen ist der Rohölpreis seit dem Wochenende auf zuletzt zeitweise 45,77 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) der Nordseesorte Brent etwas gestiegen. Die Analysten der Commerzbank machten dafür unter anderem Sorgen um Produktionsausfälle in den Vereinigten Staaten durch den Hurrikan „Laura“ verantwortlich.

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