https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/bezahlen-immer-weniger-bargeldzahlung-an-der-ladenkasse-18046325.html

An der Ladenkasse : Bezahlen: Hauptsache, schnell und einfach

Münzen und Scheine: Im deutschen Einzelhandel immer weniger genutzt. Bild: dpa

Viele Bundesbürger greifen immer mehr zu digitalen Bezahlmöglichkeiten mit der Karte oder dem Smartphone und lassen Bargeld links liegen. Nicht nur Corona hat diese Entwicklung beschleunigt.

          2 Min.

          Die Corona-Pandemie hat viele Lebensbereiche beeinflusst und tut es noch. Dies gilt auch für Alltägliches wie das Einkaufen und die Art des Bezahlens. So zeigen Daten des deutschen Einzelhandels, dass die Bundesbürger an der Kasse immer weniger Bargeld verwenden und stattdessen häufiger ihre Bankkarte nutzen. Zudem setzt sich der Schub der digitalen Methoden fort wie der kontaktlose Einsatz der Bankkarte oder mobiles Bezahlen etwa über das Smartphone. Dies ergibt zum Beispiel eine repräsentative Umfrage der Postbank, über die die F.A.Z. vorab berichtete hatte.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Demnach bezahlen im Durchschnitt knapp zwei Drittel (60 Prozent) der Deutschen den Einkauf inzwischen kontaktlos mit der Karte oder dem Smartphone. Im Jahr 2021 sagten dies 56 Prozent, vor der Pandemie waren es 47 Prozent. Viele Nutzer des mobilen Bezahlens („Mobile Payment“) geben an, dass sie wegen der Pandemie weniger Bargeld nutzten. Zudem riefen viele der besuchten Geschäfte zum bargeldlosen Bezahlen auf. Diese Argumente haben nach den Worten der Postbank im Vergleich zum ersten Corona-Jahr gleichwohl abgenommen. Der Hauptgrund sei inzwischen: „schnell und einfach“.

          Noch interessanter als die gestiegenen Nutzungsdaten seien denn auch die Gründe für das digitale Bezahlen, sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. Nach der Befragung im Jahr 2021 habe man nicht sicher sagen können, ob etwa nur die Hygieneregeln während der Pandemie den digitalen Bezahlmethoden einen kräftigen Schub gegeben hätten. Doch auch ohne die Pandemie hätten sich mobile und kontaktlose Zahlungen durchgesetzt – weil sie unkomplizierter funktionierten: Warten auf Kunden, die Kleingeld zählten, komme immer seltener vor. Für den Handel sei dies ein klares Signal, dass Bezahlen mit Bargeld an der Ladenkasse auf dem Rückzug sei.

          Nichtwissen um Bezahlmöglichkeiten

          Denn laut der Umfrage sagen im Durchschnitt 59 Prozent der Bundesbürger, dass digitale Bezahlmethoden einfacher und schneller seien als Bargeld. Ein Jahr zuvor argumentierten rund 50 Prozent so. Für Mobile Payment spricht für die Hälfte der Befragten, dass sie ihr Smartphone ohnehin immer dabeihätten und sich so zuweilen das Heraussuchen der Bankkarte oder sogar das Mitnehmen sparten. Allerdings wisse durchschnittlich ein Viertel der Deutschen, die künftig digital bezahlen wollten, nicht, in welchen Geschäften dies möglich sei, heißt es von der Postbank.

          Die Pandemie ist demnach vor allem für die mehr als 40 Jahre alten Befragten der Grund, digitale Methoden auszuprobieren. Die Jüngeren, die „Digital Na­tives“, sind schon mehr an moderne Zahlungssysteme gewöhnt. In dieser Altersgruppe nutzen 71 Prozent digitale Bezahlmethoden, zum Teil auch mit den verbundenen Rabattsystemen. Ein gutes Drittel setzt Mobile Payment über das Smartphone und kontaktloses Bezahlen mit Karte parallel ein. Über alle Altersgruppen hinweg sagt das gut ein Fünftel.

          Die Wahrheit ist aber auch: Kontaktloses Bezahlen mit der Bankkarte ist beliebter als das Nutzen des Smartphones: Während sich 32 Prozent der Befragten nur für Ersteres entscheiden, bezahlen lediglich 7 Prozent ausschließlich mobil. Insgesamt haben diese letztere Bezahlart 27 Prozent der Umfrageteilnehmer schon ausprobiert. Vor der Pandemie sagten dies nur 19 Prozent. Das EHI Retail Institute des Deutschen Einzelhandels kommt in einer Befragung seiner Mitgliedsunternehmen zu dem Ergebnis, dass je nach Einzelhandelssparte zwischen 78 Prozent (SB-Warenhäuser) und 87 Prozent (Drogeriemärkte) aller Transaktionen mit der Karte kontaktlos abgewickelt werden.

          Auch regional gibt es Unterschiede: Spitzenreiter im mobilen oder kontaktlosen Bezahlen sind die Berliner. Hier nutzen 71 Prozent der Befragten mindestens eine digitale Methode – ein Plus von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Schlusslichter in Sachen moderner Zahlungsmittel sind dagegen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, in diesen Bundesländern sind es je 55 Prozent. Befragt wurden im Januar und Februar dieses Jahres gut 3000 Deutsche.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Luftaufnahme zeigt den Lastwagen, in dem bei San Antonio am Montag 46 Tote Menschen gefunden wurden.

          46 tote Migranten in Texas : „Die Toten gehen auf Bidens Konto“

          Der Bürgermeister von San Antonio spricht nach dem Tod von 46 Migranten in einem Lastwagen Texas von einer „schrecklichen Tragödie“. Der republikanische Gouverneur Abbott macht Präsident Biden für das Unglück verantwortlich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.