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Paypal : Vorsicht, Trickdiebe

  • -Aktualisiert am

Der eigene Erfolg macht Paypal zu einem beliebten Ziel für Betrüger Bild: F.A.S.

Der Online-Bezahldienst Paypal wirbt damit, besonders sicher zu sein. Millionen Deutsche vertrauen darauf. Doch jetzt häufen sich Betrügereien.

          Zahlungsmittel Nummer eins im Internet, Eldorado für Trickbetrüger, dubioser Datensammler und das jüngste Mitglied im Aktienindex S&P 100: Das alles ist Paypal. Am vergangenen Montag feierte das Unternehmen seine Rückkehr an die Börse und wurde zwischenzeitlich mit mehr als 50 Milliarden Dollar bewertet. In den vergangenen Jahren ist der Dienst unter den Fittichen des Ebay-Konzerns zum Marktführer im deutschen Online-Bezahlmarkt avanciert. Weltweit nutzen 169 Millionen Menschen den Service. Doch so verbreitet Paypal auch ist, bei vielen Nutzern hat der Dienst inzwischen einen zweifelhaften Ruf.

          Dabei hat Paypal das Bezahlen im Netz für viele einfacher und auch sicherer gemacht. Der Kunde erstellt mit seiner E-Mail-Adresse ein Konto und hinterlegt dort seine EC- oder Kreditkartendaten. Wenn er fortan online mit Paypal bezahlt, kann der Empfänger der Zahlung nur die E-Mail-Adresse sehen, die Bankdaten bleiben ihm verborgen.

          Doch der eigene Erfolg ist dem Unternehmen gewissermaßen zum Verhängnis geworden. Da der Bezahldienst weitverbreitet und eine Anmeldung nur mit geringen Hürden verbunden ist, hat sich Paypal zu einem Sammelbecken für Internet-Betrüger aller Art entwickelt. Vor allem in den vergangenen Monaten ist das Unternehmen durch eine neue Welle von Betrugsversuchen wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Die raffinierter agierenden Kriminellen profitieren vom immer noch sorglosen Umgang vieler Nutzer mit den Internetdiensten.

          Ein wichtiger Grund dafür, dass sich die Vorfälle häufen, ist ein Hackerangriff Anfang 2014, als Kriminelle 145 Millionen Datensätze vom Ebay-Server erbeuten konnten. Diese enthielten persönliche Kundendaten wie Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Anschriften sowie Telefonnummern. Die Passwörter und Kreditkartendaten konnten allerdings nur verschlüsselt erbeutet werden.

          Online-Bezahlen: lieber zu viel Misstrauen, als zu wenig

          Das Datenleck hat mutmaßlich dazu geführt, dass die Betroffenen in noch größerem Umfang als vorher Phishing-Mails erhalten, also gefälschte Mails, mit denen die Betrüger den Empfänger auf eine Internetseite locken, die der des Unternehmens täuschend ähnlich sieht. Dort werden die Opfer zur Eingabe von Passwort und Kartendaten aufgefordert. Erkennungsmerkmale solcher Mails sind laut Paypal typischerweise eine unpersönliche Anrede, vorgetäuschte Dringlichkeit und gefälschte Links.

          So kursierten jüngst Phishing-Mails, in denen die Paypal-Kunden mit dem Hinweis auf eine notwendige Vorratsdatenspeicherung aufgefordert wurden, ihre „Stammdaten“ abzugleichen. In einer weiteren Version wurden die Empfänger auf eine Seite mit dem Namen „gesetzlicher-datenabgleich.de“ verwiesen, um dort ihr Konto zu aktualisieren. Wer sich darauf einließ, lieferte den Kriminellen die sensiblen Kontodaten frei Haus.

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