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Ölmarkt : Sprit ist gerade ziemlich teuer

Tankstelle in der Innenstadt von Trier Bild: dpa

Es fehlt nicht mehr viel, und Sprit wird so teuer sein wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Ölpreis steigt und der Euro wertet nicht mehr auf.

          Üblicherweise geht man davon aus, dass die Spritpreise an den Tankstellen ihre Höchststände an Feiertagen erreichen. Diesmal gab es zwar eine kleine Spitze, doch die meisten Autofahrer wären wohl froh, für den Liter Super nur 1,36 Euro bezahlen zu müssen. Aktuell liegt der Durchschnitt bei 1,40 Euro. Für Diesel sind es 1,22 – an Ostern waren es noch 1,19 Euro.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit sind die Preise nur noch rund 2 Cent von ihren Jahreshöchststände aus dem Januar entfernt. Und auch wenn sie in dieser Woche marginal zurückgingen, so ist doch der Aufwärtstrend seit Mitte März unverkennbar.

          Verantwortlich ist dafür der seit zehn Monaten steigende Rohölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostet derzeit 74 Dollar und damit zwei Drittel mehr als im vergangenen Juni.

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          Dass es die deutschen Autofahrer seit Mitte März härter trifft, liegt auch an einer weniger günstigen Entwicklung des Eurokurses. Dieser wertet seit Jahresbeginn nicht mehr auf und wenn zu Jahresanfang der Ölpreis vor allem im Zuge des kurzlebigen Februarcrashs an den Aktienmärkten noch etwas nachgab, trifft die Autofahrer hierzulande jetzt mit voller Kraft der Anstieg.

          Ein Grund für den steigenden Ölpreis sind die geopolitischen Spannungen. Syrien ist zwar kein Ölproduzent von großer Bedeutung, aber das gespannte Verhältnis des Westens zu Russland sorgt schon für den Reflex, negative Rückwirkungen auf die Ölproduktion zu befürchten. Eher von fundamentaler Bedeutung sind mögliche neue Restriktionen gegenüber dem Iran. Gerade das Atom-Abkommen mit dem Land hatte vor einiger Zeit noch für sinkende Preise gesorgt.

          WTI Light Sweet Crude Öl

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          Vor allem aber fallen die amerikanischen Lagerbestände weiter. Dieser Trend fällt ziemlich genau mit dem Beginn der Aufwärtsbewegung des Preises vor zehn Monaten zusammen. Am Donnerstag dann fielen die Lagerbestände mit 1,2 Milliarden Barrel unter ihren Fünf-Jahres-Durchschnitt. Am Ölmarkt gilt dies als Indikator für einen Nachfrageüberhang.

          Kurzfristig steht nun am Freitag ein OPEC-Treffen an. Beobachter rechnen mit einer Verlängerung der preisstützenden Produktionskürzungen, so dass sich der Trend nicht ändern sollte.

          Längerfristig wird viel davon abhängen, wie sich die geopolitischen Spannungen weiter entwickeln. Sollten diese nach lassen, rechnen Analysten mit einem Rückgang des Brent-Preises und 70 Dollar.

          Für Amerika sind Analysten etwas optimistischer. Das starke Produktionswachstum dort sollte für einen Preisdruck auf amerikanisches Öl sorgen, relativ zum Nordseeöl.

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